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Duenger fuers Herz
(zu alt für eine Antwort)
Lothar Schenk
2011-09-11 09:59:56 UTC
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"Wenn uns Schlechtes widerfaehrt, hat das Herz Gelegenheit zu reifen."

"Nightsoil for the Heart" von Ajahn Lie Dhammadaro in deutscher Fassung:

http://home.arcor.de/einsicht/duenger.html#anfang


Weitere Artikel:

http://home.arcor.de/einsicht/nachtiteln.html#anfang

Die e-Buch-Bibliothek von "Wege zur Einsicht":

http://home.arcor.de/einsicht/ebuch-bibliothek.html#anfang
Monkey Mind
2011-09-12 12:28:17 UTC
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Post by Lothar Schenk
http://home.arcor.de/einsicht/duenger.html#anfang
Sicherlich nicht einfach zu Übersetzen, der Titel, aber, *Dünger*?
"Nightsoil" ist ja der Inhalt des Nachttopfes… im Zürcher Dialekt gibt
es noch das veraltete Wort "Hüsligülle" dafür (Hüsli, d.h. Häuschen, im
Sinne von "externes Plumpsklo".

"Jauche"? Das ist immer noch näher am Original als das high-tech "Dünger".

So oder so, Lektüre von Ajahn Lee/Lie lohnt sich immer.

Cheers,
Florian
--
Jedermann geht aus dem Leben, wie wenn er eben erst geboren wäre
-- Epikur (Spruchsammlung 60)
Lothar Schenk
2011-09-14 08:31:11 UTC
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Raw Message
Post by Monkey Mind
Post by Lothar Schenk
http://home.arcor.de/einsicht/duenger.html#anfang
Sicherlich nicht einfach zu Übersetzen, der Titel, aber, *Dünger*?
"Nightsoil" ist ja der Inhalt des Nachttopfes… im Zürcher Dialekt gibt
es noch das veraltete Wort "Hüsligülle" dafür (Hüsli, d.h. Häuschen, im
Sinne von "externes Plumpsklo".
"Jauche"? Das ist immer noch näher am Original als das high-tech "Dünger".
So oder so, Lektüre von Ajahn Lee/Lie lohnt sich immer.
Cheers,
Florian
Urspruenglich hatte ich den Titel mit "Guelle fuers Herz" uebersetzt.
Nun ist aber "Nightsoil" ein extremer Euphemismus, der total
verschleiert, um was es sich eigentlich handelt, so dass mir letzten
Endes "Guelle" doch zu direkt war und ich mich fuer das sinngemaesse
"Duenger" entschieden habe.
Monkey Mind
2011-09-27 07:32:29 UTC
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Raw Message
Also heisst der Artikel jetzt doch wieder "Guelle fuers Herz".
Sabbe dhamma anicca.
:)

Zum Artikel selber: Reichtum und Ansehen werden näher behandelt, aber
Freude und Lob nicht. Lob hat allerdings mit Ansehen zu tun, Freude
hingegen ist ja schon sehr mit dem Herz verbunden, ist eher eine innere
Eigenschaft (gegenüber den äusseren Faktoren Reichtum, Ansehen und Lob)
- und ausgerechnet das Herz von Meditierenden soll am Verlust von Freude
wachsen können?

Wie ist denn das konkret? Meditation macht ja nicht reich oder
angesehen, ausser man findet ein zahlendes Nischenpublikum, dort lässt
sich sogar Lob finden... aber froh macht sie, die Meditation, wenn man
der Werbung glauben soll. So eine Art fernöstliches nebenwirkungsfreies
Psychopharmakon.

Wie ist das bei Euch, d.s.w.bler? Macht Meditation froh? Wenn nicht, was
macht sie dann? Würdet ihr meditieren, wenn sie nicht nur froh macht,
und wenn ja, warum?

Cheers,
Florian
--
Jedermann geht aus dem Leben, wie wenn er eben erst geboren wäre
-- Epikur (Spruchsammlung 60)
Lothar Schenk
2011-09-27 12:42:55 UTC
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Raw Message
Post by Monkey Mind
Also heisst der Artikel jetzt doch wieder "Guelle fuers Herz".
Sabbe dhamma anicca.
:)
Zum Artikel selber: Reichtum und Ansehen werden näher behandelt, aber
Freude und Lob nicht. Lob hat allerdings mit Ansehen zu tun, Freude
hingegen ist ja schon sehr mit dem Herz verbunden, ist eher eine innere
Eigenschaft (gegenüber den äusseren Faktoren Reichtum, Ansehen und Lob)
- und ausgerechnet das Herz von Meditierenden soll am Verlust von Freude
wachsen können?
Es geht um die sogenannten lokadhamma, die "acht weltlichen
Angelegenheiten", die in A 8,5 und A 8,6 vom Buddha benannt bzw.
besprochen worden sind.

http://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii6

Es handelt sich um 4 Paare jeweils polarer Gegensätze, die sich im Auf
und Ab des Weltenlaufs immer wieder abwechseln, und zwar:

Gewinn / Verlust
Ruhm, Ansehen / Verrufenheit
Lob / Tadel
Wohl / Wehe (sukha / dukkha)

Bei diesen Dingen soll man als Nachfolger des Buddha, wie es in A 8,6
ausgefuehrt wird, nicht an den positiven festhalten und nicht vor den
negativen fliehen, oder anders gesagt, man soll sie mit Gleichmut
behandeln (lernen).
Post by Monkey Mind
Wie ist denn das konkret? Meditation macht ja nicht reich oder
angesehen, ausser man findet ein zahlendes Nischenpublikum, dort lässt
sich sogar Lob finden... aber froh macht sie, die Meditation, wenn man
der Werbung glauben soll. So eine Art fernöstliches nebenwirkungsfreies
Psychopharmakon.
Ja, aber auch dabei gibt es ein Auf und Ab - mal selig /
himmelhochjauchzend im Jhana waehrend eines Retreats, dann wieder
missmutig / missgestimmt / sehnsuechtig im Alltagsleben, z.B. weil man
gerade nicht die Gelegenheit hat, in Meditation zu sitzen, sondern sich
mit irgend einem nervigen Kram am Arbeitsplatz abplagen muss.

Dieser ganze Wechsel der Stimmungslage (vedana) aufgrund aeußerer
Umstaende ist nicht kontrollierbar, er erfolgt ganz natuerlich im
Wechsel. Worum es aber geht, ist, sich die Stimmungslage nicht
"anzueignen", nicht in die Stimmungslage hineinzuschluepfen, sich nicht
damit zu identifizieren, nicht zu einem "Himmelhochjauchzenden" und auch
nicht zu einem "zutiefst Betruebten" usw. zu "werden" (bhava).
Post by Monkey Mind
Wie ist das bei Euch, d.s.w.bler? Macht Meditation froh? Wenn nicht, was
macht sie dann? Würdet ihr meditieren, wenn sie nicht nur froh macht,
und wenn ja, warum?
http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m059z.html
Monkey Mind
2011-09-29 15:59:19 UTC
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Post by Lothar Schenk
Post by Monkey Mind
Also heisst der Artikel jetzt doch wieder "Guelle fuers Herz".
Sabbe dhamma anicca.
:)
Zum Artikel selber: Reichtum und Ansehen werden näher behandelt, aber
Freude und Lob nicht. Lob hat allerdings mit Ansehen zu tun, Freude
hingegen ist ja schon sehr mit dem Herz verbunden, ist eher eine innere
Eigenschaft (gegenüber den äusseren Faktoren Reichtum, Ansehen und Lob)
- und ausgerechnet das Herz von Meditierenden soll am Verlust von Freude
wachsen können?
Es geht um die sogenannten lokadhamma, die "acht weltlichen
Angelegenheiten", die in A 8,5 und A 8,6 vom Buddha benannt
bzw. besprochen worden sind.
http://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii6
Es handelt sich um 4 Paare jeweils polarer Gegensätze, die sich im Auf
Gewinn / Verlust
Ruhm, Ansehen / Verrufenheit
Lob / Tadel
Wohl / Wehe (sukha / dukkha)
Bei diesen Dingen soll man als Nachfolger des Buddha, wie es in A 8,6
ausgefuehrt wird, nicht an den positiven festhalten und nicht vor den
negativen fliehen, oder anders gesagt, man soll sie mit Gleichmut
behandeln (lernen).
Post by Monkey Mind
Wie ist denn das konkret? Meditation macht ja nicht reich oder
angesehen, ausser man findet ein zahlendes Nischenpublikum, dort lässt
sich sogar Lob finden... aber froh macht sie, die Meditation, wenn man
der Werbung glauben soll. So eine Art fernöstliches nebenwirkungsfreies
Psychopharmakon.
Ja, aber auch dabei gibt es ein Auf und Ab - mal selig /
himmelhochjauchzend im Jhana waehrend eines Retreats, dann wieder
missmutig / missgestimmt / sehnsuechtig im Alltagsleben, z.B. weil man
gerade nicht die Gelegenheit hat, in Meditation zu sitzen, sondern
sich mit irgend einem nervigen Kram am Arbeitsplatz abplagen muss.
Dieser ganze Wechsel der Stimmungslage (vedana) aufgrund aeußerer
Umstaende ist nicht kontrollierbar, er erfolgt ganz natuerlich im
Wechsel. Worum es aber geht, ist, sich die Stimmungslage nicht
"anzueignen", nicht in die Stimmungslage hineinzuschluepfen, sich
nicht damit zu identifizieren, nicht zu einem "Himmelhochjauchzenden"
und auch nicht zu einem "zutiefst Betruebten" usw. zu "werden"
(bhava).
Ja.

Und, klappt das immer? Wie ist es, wenn das nicht klappt mit dem
Gleichmut?
Post by Lothar Schenk
Post by Monkey Mind
Wie ist das bei Euch, d.s.w.bler? Macht Meditation froh? Wenn nicht, was
macht sie dann? Würdet ihr meditieren, wenn sie nicht nur froh macht,
und wenn ja, warum?
http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m059z.html
Was wohl für unsere Begriffe die Retreat-Situation darstellt, wenn man
die Jhanas und Nirodha Samapatthi trainiert.

Cheers,
Florian
--
Jedermann geht aus dem Leben, wie wenn er eben erst geboren wäre
-- Epikur (Spruchsammlung 60)
Lothar Schenk
2011-10-02 08:58:46 UTC
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Wie ist es, wenn das nicht klappt mit dem Gleichmut?
Frag mal einen Hochseilartisten, wie es ist, wenn das nicht klappt mit
dem Gleichgewicht.
Gottfried Helms
2011-10-09 11:01:40 UTC
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Raw Message
Post by Monkey Mind
Wie ist denn das konkret? Meditation macht ja nicht reich oder
angesehen, ausser man findet ein zahlendes Nischenpublikum, dort lässt
sich sogar Lob finden... aber froh macht sie, die Meditation, wenn man
der Werbung glauben soll. So eine Art fernöstliches nebenwirkungsfreies
Psychopharmakon.
Wie ist das bei Euch, d.s.w.bler? Macht Meditation froh? Wenn nicht, was
macht sie dann? Würdet ihr meditieren, wenn sie nicht nur froh macht,
und wenn ja, warum?
Ein Moment der inneren Einkehr. Es ist angenehm, "richtig",
so ähnlich wie atmen. Aber "atmen weil es froh macht"?
Ich weiß nicht - komische Denke...
Meditationen in denen angenehme Gefühle, unangenehme Gefühle
aufkommen, in denen auch manchmal gar keine besonders auf-
fälligen Gefühle auftauchen... oder ein Gefühl der
Ausgeglichenheit entsteht.
Ich denke, solange ich noch Erkenntnisneugier habe, und
das Bedürfnis habe, mich tiefer mit meiner Umwelt oder einiger
ihrer Aspekte geistig und emotional in Verbindung zu bringen,
als nur beim täglichen small/tiny-talk wird man mich meditierend
erleben können....

soweit mal nur in Kürze -

Gottfried
Monkey Mind
2011-10-21 09:40:15 UTC
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Raw Message
Post by Gottfried Helms
Post by Monkey Mind
Wie ist denn das konkret? Meditation macht ja nicht reich oder
angesehen, ausser man findet ein zahlendes Nischenpublikum, dort lässt
sich sogar Lob finden... aber froh macht sie, die Meditation, wenn man
der Werbung glauben soll. So eine Art fernöstliches nebenwirkungsfreies
Psychopharmakon.
Wie ist das bei Euch, d.s.w.bler? Macht Meditation froh? Wenn nicht, was
macht sie dann? Würdet ihr meditieren, wenn sie nicht nur froh macht,
und wenn ja, warum?
Ein Moment der inneren Einkehr. Es ist angenehm, "richtig",
so ähnlich wie atmen. Aber "atmen weil es froh macht"?
Ich weiß nicht - komische Denke...
Aber weit verbreitet. Frag mal, warum man Meditieren soll, da kommt das
immer ganz oben.
Post by Gottfried Helms
Meditationen in denen angenehme Gefühle, unangenehme Gefühle
aufkommen, in denen auch manchmal gar keine besonders auf-
fälligen Gefühle auftauchen... oder ein Gefühl der
Ausgeglichenheit entsteht.
Ich denke, solange ich noch Erkenntnisneugier habe, und
das Bedürfnis habe, mich tiefer mit meiner Umwelt oder einiger
ihrer Aspekte geistig und emotional in Verbindung zu bringen,
als nur beim täglichen small/tiny-talk wird man mich meditierend
erleben können....
... ja was? Solange Du noch Erkenntnisneugier hast, ... was dann?
Post by Gottfried Helms
soweit mal nur in Kürze -
Freue mich schon auf den ausführlichen Teil.

Cheers,
Florian
--
Jedermann geht aus dem Leben, wie wenn er eben erst geboren wäre
-- Epikur (Spruchsammlung 60)
Gottfried Helms
2011-10-21 15:52:47 UTC
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Raw Message
Post by Gottfried Helms
Ich denke, solange ich noch Erkenntnisneugier habe, und
Post by Gottfried Helms
das Bedürfnis habe, mich tiefer mit meiner Umwelt oder einiger
ihrer Aspekte geistig und emotional in Verbindung zu bringen,
als nur beim täglichen small/tiny-talk wird man mich meditierend
erleben können....
... ja was? Solange Du noch Erkenntnisneugier hast, ... was dann?
< ähhmm > zumindest grammatikalisch war der Satz zuende.
Meintest Du, "...was dann?" wenn die Erkenntnisneugier weg ist?
Hmm. Um das zu prognostizieren reicht'se dann vielleicht
doch nicht aus... <g>
Post by Gottfried Helms
Freue mich schon auf den ausführlichen Teil.
Gerne, wenn ich was zu sagen finde. Mach' bitte noch mal 'ne
richtige Frage draus.

Gottfried

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