Discussion:
Gefahr der Meditation.
(zu alt für eine Antwort)
Mathias Grewin
2010-10-24 10:06:50 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo,

ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.

Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das

"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"

auf eine Weise verinnerlicht, dass man z.B. meint:

Man sei etwas Beständiges.

Oder:

Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.

Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese

"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)

hinterfragen zu können, dann verbleibt man im

"suboptimalen Bereich"

für eine Lebensanalyse.

Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.

Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.

Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.

Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?

Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.

Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
darf:

Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.

Meditation heisst:

Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)

überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)

zu beobachten.

Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.

Aber:

Von Nichts kommt Nichts!

Das heisst:

Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
es ist also richtig, wenn man sagt:

Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.

Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?

Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?

usw.

Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein

"hormonelles Vakuum"

weil man dem normalen Funktionieren,

dem

"reflexartigen Antworten"

entwachsen ist.

Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.

(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)

Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird

"das ganze Leben so richtig Scheisse!"

Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?

Viel! Sehr sehr viel - wenn man nun weitermacht:

Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.

Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?

So sagte ich mir:

"Nicht leben kann ich immer noch!"

So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.

Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...

und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
was Leid erzeugt, bzw.:
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.

Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.

Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.

Glücklich bin ich nicht!

Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.

In diesem Sinne:

Viel Glück!

M.

---------------------------------------

Wanderer - es gibt keinen Weg,
du selbst musst gehen.
Und wenn du zurückblickst, dann siehst
du deine eigenen Fussstapfen in die du nie
mehr wirst treten müssen.

Wanderer - es gibt keinen Weg...

nur Schaumkronen auf dem Meer!

(Isokrates)


Es ist so richtig superfreumässig,
das es Freimi wieder gut geht!!!

(Mathias)
As Below
2010-10-24 12:03:07 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
zu beobachten.
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Von Nichts kommt Nichts!
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
"Nicht leben kann ich immer noch!"
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
Glücklich bin ich nicht!
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Viel Glück!
M.
---------------------------------------
Wanderer - es gibt keinen Weg,
du selbst musst gehen.
Und wenn du zurückblickst, dann siehst
du deine eigenen Fussstapfen in die du nie
mehr wirst treten müssen.
Wanderer - es gibt keinen Weg...
nur Schaumkronen auf dem Meer!
(Isokrates)
Es ist so richtig superfreumässig,
das es Freimi wieder gut geht!!!
(Mathias)
Ja, ich gehe auf dein Obiges andermal ein.
Jetzt sind zuviele Wolken am Himmel, und es ist auch nicht alles
Schoenheit.

Das es dich freut wenns mir gut geht ist nett, mich freut es auch wenns
andern gut geht.

Mal nur eine Ueberlegung zum "Hirnchen"---
Wir koennen zwar sagen, dass sich das gesammte Denken um Empfinden
im Hirnchen abspielt. Aber ...

Was ist das denn, Denken und Empfinden?
Wir koennen ja ueber alles Denkbare denken und empfinden.
Und alles Denkbare und Empfindbare befindet sich nicht im Hirnchen.
Da wirst du mir wohl Recht geben.
Im Hirnchen befinden sich ja nur die Geistigen Spiegelungen dessen
wovon und worueber wir denken und empfinden - sozusagen nicht die
Tatsachen sondern nur Berichte von den Tatsachen.
Dass diese Berichte die tatsachen oft verzerrt und verfaelscht
beschreiben und wiedergeben, darin wirst du mir wohl auch recht geben.
Es bleibt also die Frage: was sind die tatsachen ?

Denn wie wir es auch betrachten : die Tatsachen sind ja erst der Grund
fuer die Entwicklung des Denkens und Empfindens.

In diesem sinne besitzen wir Abbildungen aller Welt (auch der geistigen)
in unserem Hirnchen - die Alle-Welt befindet sich also in unserem Gehirn.

Und hier kommt dann selbst so ein hartgekochter Materialist wie ich
an die Grenzen des Materialismus, denn hier loest sich die Funktion des
Gehirns als Speicher und Verarbeitungsmaschine ... von was?? ... auf.

Was sind die Tatsachen?
Diese Frage, oder suche, darf ja nicht bei der Erkenntnis enden, dass
das Gehirn eine grossartige Maschine ist, die uns staendig mit
Illusionen ueber und von den Tatsachen beliefert.

Es ist zwar wichtig das zu erkennen, aber ich meine, gerade wenn man es
erkannt hat erkennt man doch auch, dass all diese Illusionen im Geist
stattfinden - und somit die Tatsachen auch. Deshalb habe ich, obwohl ich
weiss dass es so ist, das Gehirn abgeschrieben - es ist nur ein Teil des
Ganzen Geistes, deshalb nenne ich die summe das Ganze in dem sich
Wahrnehmung, Definition, Erkenntnis, Illusion, Empfinden etc. entwickeln
"Geist" - und da dieser Geist schon auf der Erfahrungsebene vom Geist
anderer Lebewesen unterschieden wird : Menschlicher Geist.

Kurz : man kann Denken und Empfinden nicht auf das Gehirn reduzieren,
sondern muesste dann ja auch auf das reduzieren was "im Hirn" waere.
Und das funktioniert nicht!

Das kannst du, z.B. in der Meditation ausprobieren...


buybuy

fchen
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
As Below
2010-10-24 21:19:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Ist man ja auch, solange man ist.
Wenn man nicht ist, kann man das auch nicht erfahren.
Darum erfahren wir uns selbst als etwas Bestaendiges.
So jedenfalls ist unsere Wahr-Nehmung.
Post by Mathias Grewin
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Ja, denn man vereinigt in seinem Geist viele Phaenomene,
und kann ueber das Mit-Gefuehl und das Mit-Wissen (Erkennen)
sehr viele unterschiedliche, sogar entgegen gesetzte,
Standpunkte erfahren.
Insoweit ist der menschliche Geist mehr als ein Phaenomen
unter vielen.
Post by Mathias Grewin
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
Ja, aber dies ist schon eine Ueberlegung, nicht etwas das direkt zu
erfahren waere, fuer den "normalen" Verstand.
Insoweit hat das alles erstmal seine Richtigkeit.
Post by Mathias Grewin
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Lebens-Analyse...
Werden wir das jemals hinbekommen. Werden wir jemals ein Gehirn
entwickeln in welchem sich alles Aspekte des Lebens, und wenn es auch nur
dieses eine Leben, das jeweils unsere Leben ist, entwickeln koennen ??

Oder muessen wir uns darauf konzentrieren, nicht unsere Vorstellungen,
Ideen und Erinnerungen zu befragen, sondern die jeweils direkte Umgebung
und gelebte Situation?

Dies waere dann keine Lebens-Analyse, sondern eine Wirklichkeits-Analyse,
die jeweils unsere aktuelle Wirklichkeit betrifft.
Enthaelt unsere jeweils aktuelle Wirklichkeit das ganze Leben, alle
Aspekte des Lebens?
Und ... wenn wir das betrachten sind wir dann noch ein einheitliches
Phaenomen? Oder bestehen wir nur aus dem Prozess des Betrachtens. Etwas
und etwas und etwas (von Ewigkeit zu Ewigkeit) betrachtet ?

Wenn nun aber der Mensch vergeht, wovon auszugehen ist, da alles in der
Welt vergaenglich ist, vergeht dann auch der menschliche Geist ?
Will fragen : vergehen dann auch diese Ideen, Ueberlegungen,
Sichtweisen, Gedanken u.s.w. ?

Das es nicht deine sind, und nicht meine, und nicht die von
irgendjemandem, auch nicht von Gotamo, ist wohl jedem Menschen klar.
Gaebe es einen Ur-Sprung, eine Ur-Quelle, aus der dieser Geist stammt,
wuerde dieser Geist dann dorthin zurueckkehren? wir antworten darauf :
nein, denn es gibt keinen ursprung.

Der Gedanke entsteht und vergeht.
Die Betrachtung entsteht und vergeht im Gehirnchen. Gehirndynamic.
Gehirnbewegung. Aber was bewegt das Gehirn zu solchen Gedanken ?

Eines sind sie nicht : Notwendig um zu ueberleben.
(Ausser vielleicht bei einigen eitlen Fatzen, die sich in Kloestern
herumtreiben und den ungeschriebenen Gesetzen ihrer
Berufsgenossenschaften nachkommen.)
Post by Mathias Grewin
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Verlassen ist glaub ich nicht richtig. Ich verlasse diesen Denkraum
nicht - ich erweitere ihn lediglich um einiges oder sogar einiges mehr.
Ich erschaffe Frei-Raeume in denen ich leben kann. Aber in diesen
Freiraeume besteht das Begrenzte ja fort.
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Ja. Und man kann vielleicht sogar sagen, dass auch der Geist sich
solcher Reflexe bedient.
Post by Mathias Grewin
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
mhmm...
Ich finde, erfahre, es aber genau umgekehrt - besonders waerend einer
Contemplativen Zeit, dass eben genau mein Funktionieren in der Welt
einer mehr oder weniger umfassenden Analyse zugaenglich wird.
Post by Mathias Grewin
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
mhmmm...
Aendern sich die Situationen oder deine Ansicht davon ?
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Ja, dieses Lack-Trinken... Mumenschanz.
Geist laesst sich nicht Mumifizieren, der entsteht und zerfaellt
dreitausend mal in der Sekunde...
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die "bequemsten
Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht umsonst zelt
die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das Wohlbefinden,
ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.

Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Post by Mathias Grewin
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Ja, der ist gestorben, Und mit ihm starb sein Geist.
Leider ging mit ihm nicht auch der Irrsinn aus der Welt irgendwelche
hoeheren Einblicke durch Kasteiung/Folter zu erlangen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das passiert ja oft, und ist fuer einige auch buddhistische Sekten
sogar Grundlage des Denkens.

Aber man kann ja auch in die andere richtung gehen :
Meditation in die direkte Betrachtung des Gegebenen.
Allerdings veraendert sich auch dort die Wahrnehmung - allerdings nicht
in richtung auf Geister, sondern eher in die richtung auf Muster und
bewegung, in richtung auf das abstrakte, die Form, und nicht in Richtung
auf scheinbare Inhalte.

Es kann vorkommen, dass die Wahrnehmung der Welt dabei in eine Art
Pixelung zerfaellt, Pixel die sich gegenseitig anschieben, die sich
umkreisen die Ketten bilden wie schlangen und sich ineinander und wieder
auseinander flechten...

Vorher wird alles Gerade krumm. :-))
Post by Mathias Grewin
zu beobachten.
Zu dieser anderen sichtweise gibt es keine entsprechung in der Welt.
Woher kommt sie also ?

Es ist pure Schoenheit, noch bevor sie ergriffen wird und in Substanz
gemeisselt.
Post by Mathias Grewin
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Ja, aber das kannst du hinter dich bringen, besser : diese Betrachtung
kannst du zuruecklassen.
Post by Mathias Grewin
Von Nichts kommt Nichts!
Richtig. Das ist die grosse Hoffnung auf Nibanna, una nox dormiente.
Das Einschlafen in den ewigen Traumlosen Schlaf - und die Sicherheit
dann auch nie wieder zu erwachen.

Manche Menschen, so sagt man, wuerde diese Erfahrung schon zu lebzeiten
machen - wuerden diesen Schlaf schon einmal geschlafen haben.
Kurz bevor man in diesen Schlaf faellt praesentiert sich der Raum als
grenzenlose Weite.

Aber du sollst ja zunaechst einmal "einigung" erreichen, naja irgendwann
mal. Vielleicht kann man die Freiraeume so nennen :
1.Hinwendung, 2.Bestaetigung, 3.Gelassenheit, 4. Leidbewusstsein
(Bewusstsein uber die Grenzen aller Formen, und das es keinen Inhalt
gibt), 5.Entlastung, 6.Geistbewusstsein (ueber die konstruktive Natur
des Geistes), 7. Schoenheit, 8. Unendlichkeit des Raumes - danach die
Faehigkeit "Nichts" wahrzunehmen.

Bestaetigung waere Einigung. Schon auf dieser Stufe von Freiheit
verschwiommt ein wenig das meditative mit dem alltaeglichen, und dieses
Verschwimmen oder Verrauschen oder Vermischen oder was auch immer,
waechst, nimmt mehr und mehr zu je mehr Freiraeume du dir bewusst machst.

einigung in der Meditation, waere das ins auge fassen des einen
Gegenstandes der Betrachtung, Fokus, KonZentration, es schieben sich
keine Gegenstand-fremden Gedanken und Ideen dazwischen.
Die Grenzenlosigkeit des Raumes kann man dann erahnen, wenn man im
Zustand der einigung an einem sonnentag in den unbewoelkten Himmel
schaut, und nur dahin und nur das wahrnimmt fuer eine Zeit, von ein paar
Minuten oder laenger.

Dann schieben sich wieder die Denk und Empfindungs-wolken ein und
zwischen. Aber das ist schon was. Eine sehr bestimmte und stabile
"ahnung".

Und so wird mehr und mehr die Sichtweise die du in der meditation bewusst
praktizierst um darueber hinauszugehen und weitere Freiraeume zu
entdecken... (sie sind ja da, wir nehmen sie nur nicht wahr, wir
betrachten in unserem engagierten und oft sorgenvollen Leben eben fast
nur die "Begrenzungen" wenn wir Nach-Denken.) ... zu deiner
alltaeglichen sicht auf , oder durch, die Dinge und Zusammenhaenge.

Vergiss die Mumie - sie sagt nichts.
Sie leifert dir nur eine dunkle Erinnerung an einen Menschen der vor
Schmerz irrsinnig geworden ist. Ich kenne ihn gut.
Post by Mathias Grewin
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Jo. Kann man so sagen.
Aber er koennte ja auch woanders sitzen: denn der Geistraum ist ja nicht
eine Abfolge von zentralen Positionen, sondern ein fortwaerender prozess
des Erschaffens und Vernichtens von Bildern.
Post by Mathias Grewin
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Ja, nee !!! :-)))
Niemand betrachtet in der meditation Teile seines Gehirns, und in diesen
Teilen steckt auch nirgendwo ein Maennlein, wandert vom hier-teil nach
dort-Teil und schaut sich die anderen Teile an... Hier endet einfach die
"materialistische sicht" - findet einfach ein Ende.

Sicher spielt das Gehirn in der Vermittlung von Erfahrungen eine
besondere Rolle, jetzt beispielsweise mein sprachzentrum. Anders ist es
aber in der direkten "erfahrung" von Geist, und geistigen dingen und
zusammenhaengen.

Das macht es ja eben aus, dass sie kaum zu vermitteln sind, nur der Weg
dorthin mehr schlecht als recht beschrieben werden kann. Und es sich oft
um einen Weg handelt , der in Abgruende und Finsternis fuehrt.
Post by Mathias Grewin
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Melatonin, im Regelfall, wie immer bei der Bewaeltigung von
Stress-Situationen. Und noch so andere Sachen, 350 verschiedene
substanzen die vom Koerper und vom Hirn selber produziert werden, um den
apparat zu steuern und Homoeostase zu erreichen.
Post by Mathias Grewin
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
Naja, dazu bedarf es nicht der meditation, das leben haelt genug Stress
fuer jeden bereit um die innere Regelung aus der balance zu bringen -
es laeuft ja nicht immer alles so wie man es sich wuenschte...
:-)

Im Gegenteil : die meditation zum Erlangen des himmlischen wohlgefuehls
kann bei eine Out-of-Balance Situation sehr hilfreich sein dabei, die
Balance wieder herzustellen.

Also ich muss das haben, das mach ich jeden Tag zwei Stunden etwa.
Und so exponiert wie ich mein leben lebe, so ambitioniert und engagiert,
da kommen doch ganz schoene Klopper zusammen, die ein "Normalo" nicht so
erfaehrt.
Post by Mathias Grewin
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
hmmm...
Da ist was dran - aber ich weiss noch nicht was.
Post by Mathias Grewin
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
Ich glaube eher, dass sich das aus den Diskrepanzen ergibt, die sich
im spannungsfeld meditation - alltag entwickeln und summieren.

(ich habe jetzt einige wochen vor mir, und schon angefangen, in denen
ich sehr viel zeit fuer mich habe, sehr wenig ex-powering, sehr viel
Sammlung. Sehr viel re-newing und re-covering und re-vise und re-load.
Schon die Aussicht darauf gibt mir sehr viel Ruhe und Bestaendigkeit. )
Post by Mathias Grewin
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
??
Post by Mathias Grewin
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Ja, das kommt vor, dass man diese Diskrepanzen um so deutlicher spuert,
als man sich wuenscht sie waeren nicht da.
Post by Mathias Grewin
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Gar nichts - wenn du dich wieder der Welt zuwendest.
Denn dann musst du damit umgehen. Es fuehrt zwar ein Weg hinaus, aber
nicht daran vorbei hinein. Deshalb nehmen sich viele Menschen dann eine
auszeit, oder gehen ganz ins Kloster, fuer den Rest ihres Lebens.
Denn das ist ja die Freiheit von diesen verklumpten Formen, diesem
alltaeglichen Irrsinn mit dem jeder konfrontiert wird, der faehig ist
ihn zu erkennen.

Oder man faengt an zu saufen, zu tratschen, rumzuficken etc.
Man Oberflaechelt... und sucht jeder Verantwortung aus dem Weg zu gehen.
Post by Mathias Grewin
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
"Nicht leben kann ich immer noch!"
Klaro. ... und anders leben sowieso.
Post by Mathias Grewin
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Ja, so ist das mit jeder kranheit, wenn sie nicht schlimmer wird,
bzw. wenn sie "geheilt" wird.
Wenn nicht ist wohl das Ende das Ende - und dann wacht man wieder mal
auf, und sieht dass man sich nicht bewegt hat. Ist ja alles drin im
Geist.
Post by Mathias Grewin
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
Lol...
Post by Mathias Grewin
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
mhmm...
aber manchmal wird der Hals doch so dick, dass der kragen platzt :-))
Post by Mathias Grewin
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
mhmmm...
Nee, glaub ich nich.
Post by Mathias Grewin
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
prima.
Post by Mathias Grewin
Glücklich bin ich nicht!
Ist doch keiner...
Post by Mathias Grewin
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Schoen gesagt...
Post by Mathias Grewin
Viel Glück!
Dito
Post by Mathias Grewin
M.
f
Post by Mathias Grewin
---------------------------------------
Wanderer - es gibt keinen Weg,
du selbst musst gehen.
Und wenn du zurückblickst, dann siehst
du deine eigenen Fussstapfen in die du nie
mehr wirst treten müssen.
Wanderer - es gibt keinen Weg...
nur Schaumkronen auf dem Meer!
(Isokrates)
Es ist so richtig superfreumässig,
das es Freimi wieder gut geht!!!
(Mathias)
auch dito

fchen

--
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
As Below
2010-10-24 20:48:41 UTC
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Raw Message
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Ist man ja auch, solange man ist.
Wenn man nicht ist, kann man das auch nicht erfahren.
Darum erfahren wir uns selbst als etwas Bestaendiges.
So jedenfalls ist unsere Wahr-Nehmung.
Post by Mathias Grewin
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Ja, denn man vereinigt in seinem Geist viele Phaenomene,
und kann ueber das Mit-Gefuehl und das Mit-Wissen (Erkennen)
sehr viele unterschiedliche, sogar entgegen gesetzte,
Standpunkte erfahren.
Insoweit ist der menschliche Geist mehr als ein Phaenomen
unter vielen.
Post by Mathias Grewin
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
Ja, aber dies ist schon eine Ueberlegung, nicht etwas das direkt zu
erfahren waere, fuer den "normalen" Verstand.
Insoweit hat das alles erstmal seine Richtigkeit.
Post by Mathias Grewin
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Lebens-Analyse...
Werden wir das jemals hinbekommen. Werden wir jemals ein Gehirn
entwickeln in welchem sich alles Aspekte des Lebens, und wenn es auch nur
dieses eine Leben, das jeweils unsere Leben ist, entwickeln koennen ??

Oder muessen wir uns darauf konzentrieren, nicht unsere Vorstellungen,
Ideen und Erinnerungen zu befragen, sondern die jeweils direkte Umgebung
und gelebte Situation?

Dies waere dann keine Lebens-Analyse, sondern eine Wirklichkeits-Analyse,
die jeweils unsere aktuelle Wirklichkeit betrifft.
Enthaelt unsere jeweils aktuelle Wirklichkeit das ganze Leben, alle
Aspekte des Lebens?
Und ... wenn wir das betrachten sind wir dann noch ein einheitliches
Phaenomen? Oder bestehen wir nur aus dem Prozess des Betrachtens. Etwas
und etwas und etwas (von Ewigkeit zu Ewigkeit) betrachtet ?

Wenn nun aber der Mensch vergeht, wovon auszugehen ist, da alles in der
Welt vergaenglich ist, vergeht dann auch der menschliche Geist ?
Will fragen : vergehen dann auch diese Ideen, Ueberlegungen,
Sichtweisen, Gedanken u.s.w. ?

Das es nicht deine sind, und nicht meine, und nicht die von
irgendjemandem, auch nicht von Gotamo, ist wohl jedem Menschen klar.
Gaebe es einen Ur-Sprung, eine Ur-Quelle, aus der dieser Geist stammt,
wuerde dieser Geist dann dorthin zurueckkehren? wir antworten darauf :
nein, denn es gibt keinen ursprung.

Der Gedanke entsteht und vergeht.
Die Betrachtung entsteht und vergeht im Gehirnchen. Gehirndynamic.
Gehirnbewegung. Aber was bewegt das Gehirn zu solchen Gedanken ?

Eines sind sie nicht : Notwendig um zu ueberleben.
(Ausser vielleicht bei einigen eitlen Fatzen, die sich in Kloestern
herumtreiben und den ungeschriebenen Gesetzen ihrer
Berufsgenossenschaften nachkommen.)
Post by Mathias Grewin
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Verlassen ist glaub ich nicht richtig. Ich verlasse diesen Denkraum
nicht - ich erweitere ihn lediglich um einiges oder sogar einiges mehr.
Ich erschaffe Frei-Raeume in denen ich leben kann. Aber in diesen
Freiraeume besteht das Begrenzte ja fort.
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Ja. Und man kann vielleicht sogar sagen, dass auch der Geist sich
solcher Reflexe bedient.
Post by Mathias Grewin
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
mhmm...
Ich finde, erfahre, es aber genau umgekehrt - besonders waerend einer
Contemplativen Zeit, dass eben genau mein Funktionieren in der Welt
einer mehr oder weniger umfassenden Analyse zugaenglich wird.
Post by Mathias Grewin
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
mhmmm...
Aendern sich die Situationen oder deine Ansicht davon ?
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Ja, dieses Lack-Trinken... Mumenschanz.
Geist laesst sich nicht Mumifizieren, der entsteht und zerfaellt
dreitausend mal in der Sekunde...
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die "bequemsten
Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht umsonst zelt
die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das Wohlbefinden,
ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.

Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Post by Mathias Grewin
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Ja, der ist gestorben, Und mit ihm starb sein Geist.
Leider ging mit ihm nicht auch der Irrsinn aus der Welt irgendwelche
hoeheren Einblicke durch Kasteiung/Folter zu erlangen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das passiert ja oft, und ist fuer einige auch buddhistische Sekten
sogar Grundlage des Denkens.

Aber man kann ja auch in die andere richtung gehen :
Meditation in die direkte Betrachtung des Gegebenen.
Allerdings veraendert sich auch dort die Wahrnehmung - allerdings nicht
in richtung auf Geister, sondern eher in die richtung auf Muster und
bewegung, in richtung auf das abstrakte, die Form, und nicht in Richtung
auf scheinbare Inhalte.

Es kann vorkommen, dass die Wahrnehmung der Welt dabei in eine Art
Pixelung zerfaellt, Pixel die sich gegenseitig anschieben, die sich
umkreisen die Ketten bilden wie schlangen und sich ineinander und wieder
auseinander flechten...

Vorher wird alles Gerade krumm. :-))
Post by Mathias Grewin
zu beobachten.
Zu dieser anderen sichtweise gibt es keine entsprechung in der Welt.
Woher kommt sie also ?

Es ist pure Schoenheit, noch bevor sie ergriffen wird und in Substanz
gemeisselt.
Post by Mathias Grewin
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Ja, aber das kannst du hinter dich bringen, besser : diese Betrachtung
kannst du zuruecklassen.
Post by Mathias Grewin
Von Nichts kommt Nichts!
Richtig. Das ist die grosse Hoffnung auf Nibanna, una nox dormiente.
Das Einschlafen in den ewigen Traumlosen Schlaf - und die Sicherheit
dann auch nie wieder zu erwachen.

Manche Menschen, so sagt man, wuerde diese Erfahrung schon zu lebzeiten
machen - wuerden diesen Schlaf schon einmal geschlafen haben.
Kurz bevor man in diesen Schlaf faellt praesentiert sich der Raum als
grenzenlose Weite.

Aber du sollst ja zunaechst einmal "einigung" erreichen, naja irgendwann
mal. Vielleicht kann man die Freiraeume so nennen :
1.Hinwendung, 2.Bestaetigung, 3.Gelassenheit, 4. Leidbewusstsein
(Bewusstsein uber die Grenzen aller Formen, und das es keinen Inhalt
gibt), 5.Entlastung, 6.Geistbewusstsein (ueber die konstruktive Natur
des Geistes), 7. Schoenheit, 8. Unendlichkeit des Raumes - danach die
Faehigkeit "Nichts" wahrzunehmen.

Bestaetigung waere Einigung. Schon auf dieser Stufe von Freiheit
verschwiommt ein wenig das meditative mit dem alltaeglichen, und dieses
Verschwimmen oder Verrauschen oder Vermischen oder was auch immer,
waechst, nimmt mehr und mehr zu je mehr Freiraeume du dir bewusst machst.

einigung in der Meditation, waere das ins auge fassen des einen
Gegenstandes der Betrachtung, Fokus, KonZentration, es schieben sich
keine Gegenstand-fremden Gedanken und Ideen dazwischen.
Die Grenzenlosigkeit des Raumes kann man dann erahnen, wenn man im
Zustand der einigung an einem sonnentag in den unbewoelkten Himmel
schaut, und nur dahin und nur das wahrnimmt fuer eine Zeit, von ein paar
Minuten oder laenger.

Dann schieben sich wieder die Denk und Empfindungs-wolken ein und
zwischen. Aber das ist schon was. Eine sehr bestimmte und stabile
"ahnung".

Und so wird mehr und mehr die Sichtweise die du in der meditation bewusst
praktizierst um darueber hinauszugehen und weitere Freiraeume zu
entdecken... (sie sind ja da, wir nehmen sie nur nicht wahr, wir
betrachten in unserem engagierten und oft sorgenvollen Leben eben fast
nur die "Begrenzungen" wenn wir Nach-Denken.) ... zu deiner
alltaeglichen sicht auf , oder durch, die Dinge und Zusammenhaenge.

Vergiss die Mumie - sie sagt nichts.
Sie leifert dir nur eine dunkle Erinnerung an einen Menschen der vor
Schmerz irrsinnig geworden ist. Ich kenne ihn gut.
Post by Mathias Grewin
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Jo. Kann man so sagen.
Aber er koennte ja auch woanders sitzen: denn der Geistraum ist ja nicht
eine Abfolge von zentralen Positionen, sondern ein fortwaerender prozess
des Erschaffens und Vernichtens von Bildern.
Post by Mathias Grewin
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Ja, nee !!! :-)))
Niemand betrachtet in der meditation Teile seines Gehirns, und in diesen
Teilen steckt auch nirgendwo ein Maennlein, wandert vom hier-teil nach
dort-Teil und schaut sich die anderen Teile an... Hier endet einfach die
"materialistische sicht" - findet einfach ein Ende.

Sicher spielt das Gehirn in der Vermittlung von Erfahrungen eine
besondere Rolle, jetzt beispielsweise mein sprachzentrum. Anders ist es
aber in der direkten "erfahrung" von Geist, und geistigen dingen und
zusammenhaengen.

Das macht es ja eben aus, dass sie kaum zu vermitteln sind, nur der Weg
dorthin mehr schlecht als recht beschrieben werden kann. Und es sich oft
um einen Weg handelt , der in Abgruende und Finsternis fuehrt.
Post by Mathias Grewin
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Melatonin, im Regelfall, wie immer bei der Bewaeltigung von
Stress-Situationen. Und noch so andere Sachen, 350 verschiedene
substanzen die vom Koerper und vom Hirn selber produziert werden, um den
apparat zu steuern und Homoeostase zu erreichen.
Post by Mathias Grewin
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
Naja, dazu bedarf es nicht der meditation, das leben haelt genug Stress
fuer jeden bereit um die innere Regelung aus der balance zu bringen -
es laeuft ja nicht immer alles so wie man es sich wuenschte...
:-)

Im Gegenteil : die meditation zum Erlangen des himmlischen wohlgefuehls
kann bei eine Out-of-Balance Situation sehr hilfreich sein dabei, die
Balance wieder herzustellen.

Also ich muss das haben, das mach ich jeden Tag zwei Stunden etwa.
Und so exponiert wie ich mein leben lebe, so ambitioniert und engagiert,
da kommen doch ganz schoene Klopper zusammen, die ein "Normalo" nicht so
erfaehrt.
Post by Mathias Grewin
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
hmmm...
Da ist was dran - aber ich weiss noch nicht was.
Post by Mathias Grewin
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
Ich glaube eher, dass sich das aus den Diskrepanzen ergibt, die sich
im spannungsfeld meditation - alltag entwickeln und summieren.

(ich habe jetzt einige wochen vor mir, und schon angefangen, in denen
ich sehr viel zeit fuer mich habe, sehr wenig ex-powering, sehr viel
Sammlung. Sehr viel re-newing und re-covering und re-vise und re-load.
Schon die Aussicht darauf gibt mir sehr viel Ruhe und Bestaendigkeit. )
Post by Mathias Grewin
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
??
Post by Mathias Grewin
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Ja, das kommt vor, dass man diese Diskrepanzen um so deutlicher spuert,
als man sich wuenscht sie waeren nicht da.
Post by Mathias Grewin
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Gar nichts - wenn du dich wieder der Welt zuwendest.
Denn dann musst du damit umgehen. Es fuehrt zwar ein Weg hinaus, aber
nicht daran vorbei hinein. Deshalb nehmen sich viele Menschen dann eine
auszeit, oder gehen ganz ins Kloster, fuer den Rest ihres Lebens.
Denn das ist ja die Freiheit von diesen verklumpten Formen, diesem
alltaeglichen Irrsinn mit dem jeder konfrontiert wird, der faehig ist
ihn zu erkennen.

Oder man faengt an zu saufen, zu tratschen, rumzuficken etc.
Man Oberflaechelt... und sucht jeder Verantwortung aus dem Weg zu gehen.
Post by Mathias Grewin
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
"Nicht leben kann ich immer noch!"
Klaro. ... und anders leben sowieso.
Post by Mathias Grewin
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Ja, so ist das mit jeder kranheit, wenn sie nicht schlimmer wird,
bzw. wenn sie "geheilt" wird.
Wenn nicht ist wohl das Ende das Ende - und dann wacht man wieder mal
auf, und sieht dass man sich nicht bewegt hat. Ist ja alles drin im
Geist.
Post by Mathias Grewin
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
Lol...
Post by Mathias Grewin
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
mhmm...
aber manchmal wird der Hals doch so dick, dass der kragen platzt :-))
Post by Mathias Grewin
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
mhmmm...
Nee, glaub ich nich.
Post by Mathias Grewin
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
prima.
Post by Mathias Grewin
Glücklich bin ich nicht!
Ist doch keiner...
Post by Mathias Grewin
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Schoen gesagt...
Post by Mathias Grewin
Viel Glück!
Dito
Post by Mathias Grewin
M.
f
Post by Mathias Grewin
---------------------------------------
Wanderer - es gibt keinen Weg,
du selbst musst gehen.
Und wenn du zurückblickst, dann siehst
du deine eigenen Fussstapfen in die du nie
mehr wirst treten müssen.
Wanderer - es gibt keinen Weg...
nur Schaumkronen auf dem Meer!
(Isokrates)
Es ist so richtig superfreumässig,
das es Freimi wieder gut geht!!!
(Mathias)
auch dito

fchen
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
Mathias Grewin
2010-10-25 17:28:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Ist man ja auch, solange man ist.
Ein "Ist" ist schlichtweg nicht möglich.

Angenommen ich gehe auf Wanderschaft und bin zehn Jahre alt.
Nach siebzig Jahren komme ich an (wo spielt bei dieser Betrachtung
keine Rolle).

Was da auch immer für ein Mensch ankommt, es ist nicht
derjenige, der los ging. Er hat sich verändert - sichtbar.

Er hat sich über einen langen Zeitraum deshalb verändern
können, weil er sich auch über kleinste Zeiträume verändert hat.

Und deshalb werde ich immer nur - ich bin nicht.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Das Verharren im "Ist" - ist mir schlichtweg unmöglich.

Das ich für mich trotzdem etwas Beständiges zu sein scheine,
daran hat das Erinnerungsvermögen entscheidenden Anteil,
neue Erfahrungen integriere ich alle in "eine" Person.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Ja, denn man vereinigt in seinem Geist viele Phaenomene,
und kann ueber das Mit-Gefuehl und das Mit-Wissen (Erkennen)
sehr viele unterschiedliche, sogar entgegen gesetzte,
Standpunkte erfahren.
Insoweit ist der menschliche Geist mehr als ein Phaenomen
unter vielen.
Phaenomen - das ist nur ein anderes Wort für
Erscheinung. Und die sind alle zusammengesetzt.
Wir sind zwar kompliziert, aber es gibt uns auf der Erde
milliardenfach - und wir sind, wie alle Phänomene -
der Vergänglichkeit (dem langen Atem des Nichts) unterworfen.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
Ja, aber dies ist schon eine Ueberlegung, nicht etwas das direkt zu
erfahren waere, fuer den "normalen" Verstand.
Insoweit hat das alles erstmal seine Richtigkeit.
Hmmmm....

warum philosophiert der Mensch, wenn ihm alles richtig
vorkommt?
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Lebens-Analyse...
Werden wir das jemals hinbekommen. Werden wir jemals ein Gehirn
entwickeln in welchem sich alles Aspekte des Lebens, und wenn es auch nur
dieses eine Leben, das jeweils unsere Leben ist, entwickeln koennen ??
Oder muessen wir uns darauf konzentrieren, nicht unsere Vorstellungen,
Ideen und Erinnerungen zu befragen, sondern die jeweils direkte Umgebung
und gelebte Situation?
Dies waere dann keine Lebens-Analyse, sondern eine Wirklichkeits-Analyse,
die jeweils unsere aktuelle Wirklichkeit betrifft.
Enthaelt unsere jeweils aktuelle Wirklichkeit das ganze Leben, alle
Aspekte des Lebens?
Und ... wenn wir das betrachten sind wir dann noch ein einheitliches
Phaenomen? Oder bestehen wir nur aus dem Prozess des Betrachtens. Etwas
und etwas und etwas (von Ewigkeit zu Ewigkeit) betrachtet ?
Wenn nun aber der Mensch vergeht, wovon auszugehen ist, da alles in der
Welt vergaenglich ist, vergeht dann auch der menschliche Geist ?
Will fragen : vergehen dann auch diese Ideen, Ueberlegungen,
Sichtweisen, Gedanken u.s.w. ?
Das es nicht deine sind, und nicht meine, und nicht die von
irgendjemandem, auch nicht von Gotamo, ist wohl jedem Menschen klar.
Gaebe es einen Ur-Sprung, eine Ur-Quelle, aus der dieser Geist stammt,
nein, denn es gibt keinen ursprung.
Der Gedanke entsteht und vergeht.
Die Betrachtung entsteht und vergeht im Gehirnchen. Gehirndynamic.
Gehirnbewegung. Aber was bewegt das Gehirn zu solchen Gedanken ?
Eines sind sie nicht : Notwendig um zu ueberleben.
Zuerst:
Was wir als Evolution bezeichnen, ist nicht menschlich vernünftig...
es läuft nicht nach den Kriterien ab, die wir für vernünftig halten.

Das Abstrahieren der Wirklichkeit in Gedanken hat Vorteile.
dadurch konnten wir das Nischensdasein verlassen.

Wir bauen ein Abbild und beschreiben es mit Worten,
tauschen uns darüber aus und entwickeln Ideen.

Und wenn dadurch keine Nachteile für eine Spezies enstehen,
warum sollte da irgendetwas dem Einhalt gebieten?
Post by As Below
(Ausser vielleicht bei einigen eitlen Fatzen, die sich in Kloestern
herumtreiben und den ungeschriebenen Gesetzen ihrer
Berufsgenossenschaften nachkommen.)
Post by Mathias Grewin
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Verlassen ist glaub ich nicht richtig. Ich verlasse diesen Denkraum
nicht - ich erweitere ihn lediglich um einiges oder sogar einiges mehr.
Ich erschaffe Frei-Raeume in denen ich leben kann. Aber in diesen
Freiraeume besteht das Begrenzte ja fort.
Ja. Erweitern ist besser.

:-)
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Ja. Und man kann vielleicht sogar sagen, dass auch der Geist sich
solcher Reflexe bedient.
Nun geht es wieder los mit dem Geist...
wir hatten das Thema doch schon mal, glaube ich.

also ... da bedient sich nichts, da ist nichts Richtungsweisendes
sondern es ist alles offen.

Das ich als Mensch es anders erlebe (erleben möchte)
liegt doch nur daran, das ich mir wichtig vorkomme
(was dem Überleben dient).

Aber bereits in 900 Millionen Jahren wird es hier doch schon
recht warm für das Leben auf der Erde - und ungemütlich.

Und wenn hier "bald" nichts ist als glühende Lava
und nun "gerade" mal ein komplexes Phänomen (der Mensch),
warum sollte es irgendeinen Grund geben sich soviel
Bedeutung beimessen zu wollen?

Also - rein zeitmässig betrachtet - sind da die Dinos
doch viel bedeutsamer als wir.

Also ich jedenfalls bin der Meinung, das der Mensch viel zu
viel Überheblichkeit ob seines Daseins in seine Antworten
projiziert, die er sich in seinen Philosophien stellt
(und dort beantwortet) ...
und deshalb schafft er sich Phantome die es gar nicht so gibt.

Ähnlich auch der Qualia-Diskussion.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
mhmm...
Ich finde, erfahre, es aber genau umgekehrt - besonders waerend einer
Contemplativen Zeit, dass eben genau mein Funktionieren in der Welt
einer mehr oder weniger umfassenden Analyse zugaenglich wird.
Hier ist - meine ich - ein Missverständnis.
Ich meinte: Indem man über sich selbst und
sein Funktionieren meditiert, kommt es zum
Verebben an hormoneller Unterstützung.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
mhmmm...
Aendern sich die Situationen oder deine Ansicht davon ?
es ist die Art der Betrachtung, in die ich mich begebe...
ich betrachte meine Wahrnehmung und damit auch die Botenstoffe.

Ich ziehe mich auf eine andere Ebene zurück und mein
Hirnchen kann aus dem "hormonellen Konzept" geraten,
was ich als Gefahr sehe.

Deshalb meine Überschrift zu diesem Thread.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Ja, dieses Lack-Trinken... Mumenschanz.
Geist laesst sich nicht Mumifizieren, der entsteht und zerfaellt
dreitausend mal in der Sekunde...
Das weiss ich nicht.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Das weiss ich auch nicht.

er hat getan was er wollte und niemandem dabei geschadet.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die "bequemsten
Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht umsonst zelt
die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das Wohlbefinden,
ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.
Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Also ich gebe gerne zu:
Ich sitze gerne wie ein Inder auf dem Boden.
Das war anfangs nicht bequem aber es tut meinem
Rücken gut -
nun ist es der bequemste Sitz für mich, um zu
meditieren.

Haja - und dann hatte ich die Idee, das die Mumie
bevor sie eine war vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen ist
wie ich ...

:-)
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Ja, der ist gestorben, Und mit ihm starb sein Geist.
Leider ging mit ihm nicht auch der Irrsinn aus der Welt irgendwelche
hoeheren Einblicke durch Kasteiung/Folter zu erlangen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich weiss nur, das ich fortwährende Veränderungen
zu einem Gesamtbild verkitte, das eigentlich so
zwar nur für mich existiert und nicht aus sich selbst heraus.

Das habe ich durch Meditation erfahren.

Nehmen wir einen Weg.

Ein Weg führt von hier nach dort...
und ich kann ihn gehen. Und weil ich diesen Weg
benutzen kann, ist er eben ein Weg.
Dieser Weg besteht nicht nur aus einer Strecke,
von A nach B -
sondern auch aus Geräuschen, Gefühlen
(mit jedem Schritt) die ich zu einem Ganzen
an erlebten Erfahrungen zusammenfüge.

Das alles ist dieser Weg.

Doch nun kommt es, was ich meine:

Dieser Weg (mit meinen gesamten Erfahrungen auf diesem)
existiert so gar nicht - sondern wird durch Erinnerung
zusammengefügt.

Ohne diesen neuronalen Prozess würde ich noch nicht mal
vergessen - da es nichts gäbe, was ich vergessen könnte!

Es gäbe keinen Anfang des Weges - kein Ende -
keinen Schritt nach dem Anderen...
denn ich könnte gar nicht laufen
keine Erfahrungen abspeichern, kein Wiedererkennen,
kein erlernen.

Es gäbe nur Leere und keinbe Möglichkeit,
ein "Ich" zu gestalten.

(Ich möchte jetzt Schluss machen)

Gruss

M.
As Below
2010-10-26 01:01:50 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Ist man ja auch, solange man ist.
Ein "Ist" ist schlichtweg nicht möglich.
Angenommen ich gehe auf Wanderschaft und bin zehn Jahre alt.
Nach siebzig Jahren komme ich an (wo spielt bei dieser Betrachtung
keine Rolle).
Was da auch immer für ein Mensch ankommt, es ist nicht
derjenige, der los ging. Er hat sich verändert - sichtbar.
Das was losgegangen ist ist auch angekommen.
Sonst waere es ja nicht angekommen - veraendert hat sich nur die Form.
Post by Mathias Grewin
Er hat sich über einen langen Zeitraum deshalb verändern
können, weil er sich auch über kleinste Zeiträume verändert hat.
Wenn es nicht losgegangen waere haette es ja nicht ankommen koennen.
Ich finde deine Betrachtungs-Weise gerade sehr oberflaechlich.
Post by Mathias Grewin
Und deshalb werde ich immer nur - ich bin nicht.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ja, aber das Werdende bist du doch ?
Oder gibt es das Werdende nicht?
Wenn es das Werdende gibt dann veraendert sich halt vielleicht seine
form, aber es bleibt das Werdende.

kein So-Sein ohne Da-Sein
kein Da-Sein ohne So-Sein
Post by Mathias Grewin
Das Verharren im "Ist" - ist mir schlichtweg unmöglich.
das Unmoegliche ist ja auch nur ein Ausdruck des Ver-harrens im
(scheinbar) Moeglichen.
Post by Mathias Grewin
Das ich für mich trotzdem etwas Beständiges zu sein scheine,
daran hat das Erinnerungsvermögen entscheidenden Anteil,
neue Erfahrungen integriere ich alle in "eine" Person.
Wer oder was integriert ?
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Ja, denn man vereinigt in seinem Geist viele Phaenomene,
und kann ueber das Mit-Gefuehl und das Mit-Wissen (Erkennen)
sehr viele unterschiedliche, sogar entgegen gesetzte,
Standpunkte erfahren.
Insoweit ist der menschliche Geist mehr als ein Phaenomen
unter vielen.
Phaenomen - das ist nur ein anderes Wort für
Erscheinung.
Jo, klar etwas erscheint, dauert und verscheint.
Das Phaenomen erscheint und verscheint...
Post by Mathias Grewin
Und die sind alle zusammengesetzt.
Ja, woraus ?
Post by Mathias Grewin
Wir sind zwar kompliziert, aber es gibt uns auf der Erde
milliardenfach - und wir sind, wie alle Phänomene -
der Vergänglichkeit (dem langen Atem des Nichts) unterworfen.
Klar , vorausgesetzt, das war schon immer so -
wie kommt es dann, dass wir noch da sind ?
:-)
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
Ja, aber dies ist schon eine Ueberlegung, nicht etwas das direkt zu
erfahren waere, fuer den "normalen" Verstand.
Insoweit hat das alles erstmal seine Richtigkeit.
Hmmmm....
Jau.
Post by Mathias Grewin
warum philosophiert der Mensch, wenn ihm alles richtig
vorkommt?
Vielleicht kommt es ihm nicht richtig vor, dass ihm alles richtig
vorkommt... keine Ahnung .
Post by Mathias Grewin
Was wir als Evolution bezeichnen, ist nicht menschlich vernünftig...
es läuft nicht nach den Kriterien ab, die wir für vernünftig halten.
Warum nicht? Wir haben diese kriterien doch mit unserer Vernunft
entwickelt...
Post by Mathias Grewin
Das Abstrahieren der Wirklichkeit in Gedanken hat Vorteile.
dadurch konnten wir das Nischensdasein verlassen.
Wir bauen ein Abbild und beschreiben es mit Worten,
tauschen uns darüber aus und entwickeln Ideen.
Und wenn dadurch keine Nachteile für eine Spezies enstehen,
warum sollte da irgendetwas dem Einhalt gebieten?
Das verstehe ich nicht.
Ist nun so etwas wie religioeses oder philosophisches Denken notwendig
um zu ueberleben, oder nicht ?
Post by Mathias Grewin
Nun geht es wieder los mit dem Geist...
wir hatten das Thema doch schon mal, glaube ich.
Nee, glaub ich nich...
Post by Mathias Grewin
also ... da bedient sich nichts, da ist nichts Richtungsweisendes
sondern es ist alles offen.
Das gegenwaertige ist doch vom Vergangenen und Zukuenftigen isoliert,
oder nicht. Also wenn nicht, dann waere da ja auch nichts mehr offen.

Wenn die Zukunft aber offen sein soll, dann nur insoweit die Gegenwart
abgeschlossen - erledigt - ist. Nicht wahr... ?
Post by Mathias Grewin
Das ich als Mensch es anders erlebe (erleben möchte)
liegt doch nur daran, das ich mir wichtig vorkomme
(was dem Überleben dient).
Ja, aber das ist muessig solange du es anders erlebst -
denn das was du erlebst ist deine Wirklichkeit.

Du muesstest schon dein Erleben aendern, und nicht das urteil
davon/daruber.

(Das ist ja auch eine der haeufigsten "falschen ansichten" von Werk des
ehrenwerten Herrn Gotamo, das er gelehrt haette die Wirklichkeit waere
jeweils andere andere, je nachdem wie man sie sieht, wie man darueber
urteilt. Man findet diese Narretei bespielsweise unter Buddhismus im
wiki phh.)
Post by Mathias Grewin
Aber bereits in 900 Millionen Jahren wird es hier doch schon
recht warm für das Leben auf der Erde - und ungemütlich.
Jo, aber das werden wir sicher nicht mehr erleben, oder hast du vor noch
so lange herumzugeistern im Komos ?
:-)
Post by Mathias Grewin
Und wenn hier "bald" nichts ist als glühende Lava
und nun "gerade" mal ein komplexes Phänomen (der Mensch),
warum sollte es irgendeinen Grund geben sich soviel
Bedeutung beimessen zu wollen?
Ja, aber davon sprach ich ja.
Warum denn dann jetzt ?
Wenn sowieso alles vergeht - weil alles vergehen muss,
warum vergeht es nicht sofort ?
Warum erschaffst du es immer wieder neu, warum versuchst du das
Erschaffene gegen das Vergehen zu halten ?
Post by Mathias Grewin
Also - rein zeitmässig betrachtet - sind da die Dinos
doch viel bedeutsamer als wir.
Ja, oder der kakerlak oder das Krokodil vom Limpopofluss...
Post by Mathias Grewin
Also ich jedenfalls bin der Meinung, das der Mensch viel zu
viel Überheblichkeit ob seines Daseins in seine Antworten
projiziert, die er sich in seinen Philosophien stellt
(und dort beantwortet) ...
und deshalb schafft er sich Phantome die es gar nicht so gibt.
Weurde man dem Erschaffenen nicht staendig neue kleine Luegen und
Un-Wahrheiten beifuegen, wuerde es im selben Moment vergehen in dem es
erschaffen wird.

(Das kannst du in der meditation pruefen, z.B. anhand von Ideen oder
Gedanken - wenn du nicht sofort anfaengst dir was in den Koffer zu
luegen, ist das Erschaffene so schnell vergangen, dass sogar die
Erinnerung daran scheitert, und du empfindest zwar, dass da etwas war
oder ist - aber du kannst dich nicht daran erinnern was es ist. :-)
ist sehr lustich, wenn man es durchschaut hat. )

Ich hatte also meinem Arzt erzaehlt, dass ich einige intellektuelle
Faehigkeiten waerend meiner langen Krankheit (gut fuenf Jahre) verloren
habe. Und heute liess er mich so Alzheimer-Testreihen exerzieren. Es war
sehr amuesant, bis mir klar wurde, dass es tatsaechlich Menschen gibt,
die an diesen Aufgaben scheitern und verzweifeln... die beispielsweise
Worte nicht rueckwaerts buchstabieren koennen, aber sich daran erinnern
koennen, dass sie es einmal konnten... oder ihnen die Gnade gewaehrt
wurde auch das vergessen zu haben. Aber dann ist es schon sehr weit
fortgeschritten.
Post by Mathias Grewin
Ähnlich auch der Qualia-Diskussion.
Da ist kein Qualia - noch nichtmal dein Rechner reflektiert auf etwas
Rotes in seinen CPUs wenn er dir etwas Rotes auf den Schirm schickt.
Vergiss es - das war nur eine dumme Idee.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
mhmm...
Ich finde, erfahre, es aber genau umgekehrt - besonders waerend einer
Contemplativen Zeit, dass eben genau mein Funktionieren in der Welt
einer mehr oder weniger umfassenden Analyse zugaenglich wird.
Hier ist - meine ich - ein Missverständnis.
Ich meinte: Indem man über sich selbst und
sein Funktionieren meditiert, kommt es zum
Verebben an hormoneller Unterstützung.
Noe, warum denn?
Also bei allem was ich darueber weiss, und das ist durch die lange und
gruendliche auseinandersetzung mit meiner krankheit nicht gerade wenig,
gibt es darauf keine Hinweise...
... wobei ich selbstverstaendlich nicht wirklich weiss, was du mit
Meditation vielleicht meinst. Ich koennte mir vorstellen, das "Gruebeln"
solche Resultate bringt, da Gruebeln , oder "angestrengtes Nachdenken"
ueber existenzielle Fragen genau so stressig ist wie etwa eine schlecht
vorbereitete Mathe-Arbeit.

Aber wie schon oft gesagt : Ich halte mich da an die Anweisungen des
Herrn Gotamo, vom mittleren Weg, ich habe ausreichend gegessen und
getrunken und medidiere immer zunaechst aufs "wohlbefinden". Meditieren
bedeutet ja nicht das man etwas so sehr unter spannung setzt, dass es
zerbricht.

Aber ich will nicht sagen, dass es solchen Irrsinn auch als Meditation
gibt. Aber wenn man es schon nicht leiden mag, von Anderen zu etwas
gezwungen zu werden - warum sollte man sich das dann selbst antun ?!
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
mhmmm...
Aendern sich die Situationen oder deine Ansicht davon ?
es ist die Art der Betrachtung, in die ich mich begebe...
ich betrachte meine Wahrnehmung und damit auch die Botenstoffe.
Das kenne ich nicht. Darauf kann ich mir keinen Reim machen.
Also ich kann meine Wahrnehmung nicht wahrnehmen - ich kann mir auch
nicht vorstellen wie das zu machen sein koennte...

Vielleicht meinst du aber auch sowas wie, dass man festellen kann, dass
man eine belegte sicht hat, oder der pegel des abgleich-Rauschens im Ohr
zum Hoersturz mutiert...
Post by Mathias Grewin
Ich ziehe mich auf eine andere Ebene zurück und mein
Hirnchen kann aus dem "hormonellen Konzept" geraten,
was ich als Gefahr sehe.
Ja, weiss ich nicht. Ich glaube dein Hirnchen ist weit mehr gefahren
ausserhalb der meditation ausgesetz, die es ganz schoen schlimm aus dem
gleichgewicht bringen koennen.

Ich sehe da in der meditation keine besondere Gefahr -
wie gesagt : eher im gegenteil...
Post by Mathias Grewin
Deshalb meine Überschrift zu diesem Thread.
Ok.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Ja, dieses Lack-Trinken... Mumenschanz.
Geist laesst sich nicht Mumifizieren, der entsteht und zerfaellt
dreitausend mal in der Sekunde...
Das weiss ich nicht.
ist auch nur so ein durchschnittswert...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich auch ncht, und darueber koennen wir auch froh sein.
Wer weiss auf was fuer Ideen wir kommen wuerden, wenn wir es wuessten...?
Post by Mathias Grewin
er hat getan was er wollte und niemandem dabei geschadet.
""... warten wirs ab."" , wie der Meister stets zu sagen pflegte.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die "bequemsten
Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht umsonst zelt
die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das Wohlbefinden,
ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.
Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Ich sitze gerne wie ein Inder auf dem Boden.
Ich liege gerne auf meinem sofa, und sitze gerne in einem bequemen stuhl,
mit Armlehnen. Tja, eigenartig nicht wahr, das ein ganzer Kontinent es
nicht geschafft hat, trotz Alexander, in 3000 0der 5000 Jahren Tisch und
Stuehle zu erfinden. Das faellt mir jetzt erst auf. Hab ich vorher noch
nie drueber nachgedacht. Das fuehlt sich echt komisch an...
... so als wuerde man auf seine Fuesse schauen, und gerade zum ersten
mal bemerken, wie weit die doch von den Augen entfernt sind - und
trotzdem klappt die Koordination astrein.
Post by Mathias Grewin
Das war anfangs nicht bequem aber es tut meinem
Rücken gut -
nun ist es der bequemste Sitz für mich, um zu
meditieren.
Prima.
Post by Mathias Grewin
Haja - und dann hatte ich die Idee, das die Mumie
bevor sie eine war vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen ist
wie ich ...
:-)
jau und ich komm dann in meinem Rollstuhl aus Feuer immer vorbeigeflogen
und gruesse dich : Howdy olle Lederpelle...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich weiss nur, das ich fortwährende Veränderungen
zu einem Gesamtbild verkitte, das eigentlich so
zwar nur für mich existiert und nicht aus sich selbst heraus.
jaja, wie oben schon mal gesagt : vieles muss man sich zu einem
dauerhaften eindruck erstmal hinluegen. :-))

Ich muss jetzt mal Schluss machen,
die Sache mit Tisch und Stuhl hat mich irgendwie seltsam beruehrt.

Wir reden morgen weiter
bis dahin schlaf gut und erwache froehlich

f
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
Mathias Grewin
2010-10-27 19:49:09 UTC
Permalink
Raw Message
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Ist man ja auch, solange man ist.
Ein "Ist" ist schlichtweg nicht möglich.
Angenommen ich gehe auf Wanderschaft und bin zehn Jahre alt.
Nach siebzig Jahren komme ich an (wo spielt bei dieser Betrachtung
keine Rolle).
Was da auch immer für ein Mensch ankommt, es ist nicht
derjenige, der los ging. Er hat sich verändert - sichtbar.
Das was losgegangen ist ist auch angekommen.
Sonst waere es ja nicht angekommen - veraendert hat sich nur die Form.
Dein Satz ist etwas provozierend, denn er bedeutet nichts Anderes
als:

"Was ich sage, das ist wahr -
sonst wäre es ja unwahr."

Ausserdem postulierst Du eine Beständigkeit, die es mMn.
nicht gibt, was meditativ auch nachvollziehbar ist.

"Ich ging los und ich kam an!"

Wenn aber Unbeständigkeit sich auf den Weg macht,
dann wird auch nur Unbeständigkeit ankommmen können...
(siehe Annata).
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Er hat sich über einen langen Zeitraum deshalb verändern
können, weil er sich auch über kleinste Zeiträume verändert hat.
Wenn es nicht losgegangen waere haette es ja nicht ankommen koennen.
Ich finde deine Betrachtungs-Weise gerade sehr oberflaechlich.
Mir geht es ganz genauso mit der Deinen - und inkonsequent
finde ich sie auch, denn Du bist doch auch jemand
dem das

"immer wieder neue Erschaffen"

als etwas Unabdingliches bewusst geworden ist.

Was gedanklich passiert, das geschieht auch mit der Projektion.

Es kommt am Ende des Weges etwas Neues/Anderes an.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Und deshalb werde ich immer nur - ich bin nicht.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ja, aber das Werdende bist du doch ?
Oder gibt es das Werdende nicht?
Das Werdende gibt es nur, weil es auch Vergehendes
gibt...
darum finde ich die Aussage von Isokrates so enorm
treffend:

Der Weg entsteht beim gehen ...
beim gehen entsteht der Weg -
und wenn Du zurückblickst, siehst Du deine Fussstapfen
in die du nie wieder wirst treten müssen.

Tatsächlich "kann" Dasselbe da gar nicht mehr hineintreten.
Post by As Below
Wenn es das Werdende gibt dann veraendert sich halt vielleicht seine
form, aber es bleibt das Werdende.
Warum benutzt und verstehst Du die Worte nicht mal in ihrem
"wahrsten Sinne?"

"Bleiben" ist nicht "Werden"
"Vergehen" ist nicht "Bleiben"

und:

Ein "Bleiben" gibt es nur für das menschlich-alltägliche
Zurechtkommen, was aber eine "unscharfe Betrachtungsweise"
ist.

Will man bei solchen Betrachtungsweisen verbleiben,
dann braucht man nichts hinterfragen.

Aber eben weil unsere Betrachtungsweisen _nicht_ bleiben,
gerade darum müssen wir sie immer wieder neu erschaffen.

Mit einem Weg ist das auch so.
Post by As Below
kein So-Sein ohne Da-Sein
kein Da-Sein ohne So-Sein
Ja!
Da ist doch aber kein Wiederspruch:
Das ist Werden und vergehen...
was eben das Sein ausmacht und gestaltet
(und entsprechendes Leid erzeugt)
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das Verharren im "Ist" - ist mir schlichtweg unmöglich.
das Unmoegliche ist ja auch nur ein Ausdruck des Ver-harrens im
(scheinbar) Moeglichen.
Post by Mathias Grewin
Das ich für mich trotzdem etwas Beständiges zu sein scheine,
daran hat das Erinnerungsvermögen entscheidenden Anteil,
neue Erfahrungen integriere ich alle in "eine" Person.
Wer oder was integriert ?
Das Verlangen nach einem beständigen Wesenskern, den es
bei genauer Betrachtung nicht gibt...
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Ja, denn man vereinigt in seinem Geist viele Phaenomene,
und kann ueber das Mit-Gefuehl und das Mit-Wissen (Erkennen)
sehr viele unterschiedliche, sogar entgegen gesetzte,
Standpunkte erfahren.
Insoweit ist der menschliche Geist mehr als ein Phaenomen
unter vielen.
Phaenomen - das ist nur ein anderes Wort für
Erscheinung.
Jo, klar etwas erscheint, dauert und verscheint.
Das Phaenomen erscheint und verscheint...
Post by Mathias Grewin
Und die sind alle zusammengesetzt.
Ja, woraus ?
Das kann ein Begriff nicht mitteilen!
"Geist" ist nur ein Wort - und es erklärt
nichts - rein gar nichts...
denn ein Wort kann keine Erfahrung
mitteilen.

Was nutzt das Wort Erdbeergeschmack ohne
jemals Erdbeeren geschmeckt zu haben.

Nun könnte ich sagen:
"Aus Schaumkronen auf dem Meer"

(das ist eine gute Antwort - aber nicht unbedingt
meine)

Denn das Meer ist auch Schaum
und Schaum ist auch das Meer...
und das Werden und Vergehen macht
Schaum zu Meer und Meer zu Schaum
und der Schaum gehört zum Meer
wie auch das Meer zur Meerschaumpfeife.

Und weil soviele wissen wollen, woraus alles
zusammengesetzt ist, gibt es so viele Philosophien
und je mehr es davon gibt - von diesen Philosphien -
umso deutlicher wird:
das die Philosophen auch nur mit Wasser kochen.

Und damit verbleiben sie bei ihren Zusammensetzungen
und können die auch nicht verlassen - und drehen sich
im Kreis ...

erschaffen sich z.B. "Qualia" und vergessen doch tatsächlich,
dass die Frage danach, was denn die Qualia festlegt und
diese wiederum festlegt usw. gleich mit zu lösen wäre
und so philosphieren sie noch heute.

Also - woraus ist alles zusammengesetzt?

Aus Nichts!
Das kann man sich nicht vorstellen wie man sich den
eigenen Tod auch nicht vorstellen kann.

Nichts bedeutet nicht, das da Nichts ist bloss weil Menschen
meinen es müsste dann nichts sein wenn Nichts wäre...

Nichts bedeutet:

Leere und Form - und Form und Leere.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wir sind zwar kompliziert, aber es gibt uns auf der Erde
milliardenfach - und wir sind, wie alle Phänomene -
der Vergänglichkeit (dem langen Atem des Nichts) unterworfen.
Klar , vorausgesetzt, das war schon immer so -
wie kommt es dann, dass wir noch da sind ?
:-)
Frag' Dich das doch mal, wenn wir alle weg sind...
dann relativiert sich deine Frage.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
Ja, aber dies ist schon eine Ueberlegung, nicht etwas das direkt zu
erfahren waere, fuer den "normalen" Verstand.
Insoweit hat das alles erstmal seine Richtigkeit.
Hmmmm....
Jau.
Post by Mathias Grewin
warum philosophiert der Mensch, wenn ihm alles richtig
vorkommt?
Vielleicht kommt es ihm nicht richtig vor, dass ihm alles richtig
vorkommt... keine Ahnung .
Post by Mathias Grewin
Was wir als Evolution bezeichnen, ist nicht menschlich vernünftig...
es läuft nicht nach den Kriterien ab, die wir für vernünftig halten.
Warum nicht? Wir haben diese kriterien doch mit unserer Vernunft
entwickelt...
Nö - wir haben uns nur angepasst und das Beobachtbare
klassifiziert (Mimikri, Anpassung) Wir sind selbst Evolution
und was wir Vernunft nennen ist daher ja nicht unabhängig davon.

Aber eben auch nicht zwingend!

Oder ist es vernünftig, das alles für'n Arsch ist?
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das Abstrahieren der Wirklichkeit in Gedanken hat Vorteile.
dadurch konnten wir das Nischensdasein verlassen.
Wir bauen ein Abbild und beschreiben es mit Worten,
tauschen uns darüber aus und entwickeln Ideen.
Und wenn dadurch keine Nachteile für eine Spezies enstehen,
warum sollte da irgendetwas dem Einhalt gebieten?
Das verstehe ich nicht.
Ist nun so etwas wie religioeses oder philosophisches Denken notwendig
um zu ueberleben, oder nicht ?
Für einen Menschen wohl ist es schon wichtig einen Sinngeber
finden zu wollen, bei dem er seine Fragen nach dem Sinn
seines Daseins abgeben kann.

Solange er das tut, verzweifelt er nicht.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Nun geht es wieder los mit dem Geist...
wir hatten das Thema doch schon mal, glaube ich.
Nee, glaub ich nich...
Post by Mathias Grewin
also ... da bedient sich nichts, da ist nichts Richtungsweisendes
sondern es ist alles offen.
Das gegenwaertige ist doch vom Vergangenen und Zukuenftigen isoliert,
oder nicht. Also wenn nicht, dann waere da ja auch nichts mehr offen.
Wenn die Zukunft aber offen sein soll, dann nur insoweit die Gegenwart
abgeschlossen - erledigt - ist. Nicht wahr... ?
Ich wollte nur darauf hinaus:
Da ist nichts das bewusst irgendetwas lenkt und
irgendwohin will.

Es geht doch alles kaputt!

Ich bin dazu fähig, die Dauer meiner kurzen Existenz
zu relativieren und wenn es keine Erinnerung mehr gibt, dann
gibt es auch nichts, was irgendjemandem als etwas Richtungsweisendes
vorkommen könnte.

Für mich macht es keinen Sinn mehr, eine "Momentaufnahme"
über das Ganze stülpen zu wollen:
Sterne entstehen und explodieren
und was weiss ich, welche Richtung des Lebens auf irgendeinem
Planeten eingeschlagen wird.

Und welcher Planet soll Deiner Meinung nach die Richtung
vorgeben dürfen?

Deine Perspektive?

Es wird wohl viele Richtungen geben...
Die Ameise melkt viele Läuse,
diejenige, die ihr am nahsten ist wohl zuerst.
die Sonne scheint - der Regen fällt (wie Du gerne sagtest)
und wir sind alle tatsächlich Darsteller von Nebenrollen
und meinen immer wieder, wir spielen die Hauptrolle.

Die Hauptrolle aber spielt die Vergänglichkeit
und der Joker ist dort zu sehen, wo ein alter
Totenschädel liegt.
da musst Du hineinschauen...

und was siehst Du?

Der Schädel ist leer.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das ich als Mensch es anders erlebe (erleben möchte)
liegt doch nur daran, das ich mir wichtig vorkomme
(was dem Überleben dient).
Ja, aber das ist muessig solange du es anders erlebst -
denn das was du erlebst ist deine Wirklichkeit.
Du muesstest schon dein Erleben aendern, und nicht das urteil
davon/daruber.
Mein Erleben habe ich nun mal durchschaut.
Ich kann doch nicht so tun, als würde ich
*nicht* meine Inhalte immer wieder neu
erschaffen, solange es nur geht.

Warum soll ich so tun als ob ich etwas nicht
erfahren haben, wenn ich es erfahren habe?

Wenn ich nur das berücksichtige, was ich erlebe
und es nicht hinterfrage -
dann wäre ich wohl ein Tier.
Post by As Below
(Das ist ja auch eine der haeufigsten "falschen ansichten" von Werk des
ehrenwerten Herrn Gotamo, das er gelehrt haette die Wirklichkeit waere
jeweils andere andere, je nachdem wie man sie sieht, wie man darueber
urteilt. Man findet diese Narretei bespielsweise unter Buddhismus im
wiki phh.)
Post by Mathias Grewin
Aber bereits in 900 Millionen Jahren wird es hier doch schon
recht warm für das Leben auf der Erde - und ungemütlich.
Jo, aber das werden wir sicher nicht mehr erleben, oder hast du vor noch
so lange herumzugeistern im Komos ?
:-)
Post by Mathias Grewin
Und wenn hier "bald" nichts ist als glühende Lava
und nun "gerade" mal ein komplexes Phänomen (der Mensch),
warum sollte es irgendeinen Grund geben sich soviel
Bedeutung beimessen zu wollen?
Ja, aber davon sprach ich ja.
Warum denn dann jetzt ?
Wenn sowieso alles vergeht - weil alles vergehen muss,
warum vergeht es nicht sofort ?
Wenn etwas Angenehmes schnell vergeht, dann wird gerne
zu verstehen gegeben:
"Schade - das es so schnell vorbei war!"
Post by As Below
Warum erschaffst du es immer wieder neu, warum versuchst du das
Erschaffene gegen das Vergehen zu halten ?
Siehst Du nicht? Siehst Du nicht was Du eben
geschrieben hast?

Wir erschaffen immer wieder neu und können das
vergehen nicht aufhalten.
Wenn wir einen Weg gehen, dann erschaffen wir uns
zu Beginn - während wir gehen - und am Ende...
und dennoch siegt die Vergänglichkeit:

Dasselbe gibt es kein zweites Mal.

Eine weitere Antwort auf Deine Frage ist hier:

Deine Frage kannst Du auch an die Sonne stellen, die Helium
aus Wasserstoff entstehen lässt.
Auch das was da entsteht muss wieder vergehen
und wenn man das weiter verfolgt, dann bestehe ich nur
aus Stoffen, die schon vor mir entstanden sind
und durch welche ich fähig bin, selbst zu erschaffen.
Haben diese Stoffe:
(Eisen, Wasser, Eiweiss...usw.)
entstehen wollen, obwohl sie wieder vergehen müssen?

Und aus ihnen bin ich zusammengesetzt - grob
und unter Anderem natürlich - doch ohne die könnte ich nicht
leben... nun lebe ich (erschaffe ich) aber und nun fragst Du mich,
warum?

Und vor uns haben u.a. Blaualgen dafür gesorgt, dass
ich Sauerstoff zum atmen habe.

Hätten wir keinen, gäbe es Deine Frage nicht an mich -
sie bringt also nichts.

Somit gebe ich Dir die gleiche Antwort, wie die Sonne:
Es passiert einfach - nur kommen wir uns damit nicht wichtig
genug vor ... es schmeichelt uns zuwenig.

Das gibt sich!
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Also - rein zeitmässig betrachtet - sind da die Dinos
doch viel bedeutsamer als wir.
Ja, oder der kakerlak oder das Krokodil vom Limpopofluss...
Post by Mathias Grewin
Also ich jedenfalls bin der Meinung, das der Mensch viel zu
viel Überheblichkeit ob seines Daseins in seine Antworten
projiziert, die er sich in seinen Philosophien stellt
(und dort beantwortet) ...
und deshalb schafft er sich Phantome die es gar nicht so gibt.
Weurde man dem Erschaffenen nicht staendig neue kleine Luegen und
Un-Wahrheiten beifuegen, wuerde es im selben Moment vergehen in dem es
erschaffen wird.
Ja aber - das ist doch was ich sage...
warum sagst Du nun, was ich sowieso schon
sage?
Aber halt:
Jedes Beifügen und jedes Dazulügen ist immer auch
schon eine Veränderung.
Post by As Below
(Das kannst du in der meditation pruefen, z.B. anhand von Ideen oder
Gedanken - wenn du nicht sofort anfaengst dir was in den Koffer zu
luegen, ist das Erschaffene so schnell vergangen, dass sogar die
Erinnerung daran scheitert, und du empfindest zwar, dass da etwas war
oder ist - aber du kannst dich nicht daran erinnern was es ist. :-)
ist sehr lustich, wenn man es durchschaut hat. )
Ja - das Ich ist subtil und unbeständig und
seine Ideen sind wie Seifenblasen -
würde man diese Tatsache nicht durch
entsprechende Massnahmen überbrücken,
dann würde Vieles gar nicht erst entstehen.

Isokrates ist für mich nachvollziehbar:
Man lügt sich die Gegenwart nur zurecht...
ich kann nicht zweimal denselben Weg gehen.

Aber ich gehe - erlebe - komme an ...
und doch hat sich alles verändert,
denn im Ich ist ja die Veränderung schon
enthalten.
Post by As Below
Ich hatte also meinem Arzt erzaehlt, dass ich einige intellektuelle
Faehigkeiten waerend meiner langen Krankheit (gut fuenf Jahre) verloren
habe. Und heute liess er mich so Alzheimer-Testreihen exerzieren. Es war
sehr amuesant, bis mir klar wurde, dass es tatsaechlich Menschen gibt,
die an diesen Aufgaben scheitern und verzweifeln... die beispielsweise
Worte nicht rueckwaerts buchstabieren koennen, aber sich daran erinnern
koennen, dass sie es einmal konnten... oder ihnen die Gnade gewaehrt
wurde auch das vergessen zu haben. Aber dann ist es schon sehr weit
fortgeschritten.
Post by Mathias Grewin
Ähnlich auch der Qualia-Diskussion.
Da ist kein Qualia - noch nichtmal dein Rechner reflektiert auf etwas
Rotes in seinen CPUs wenn er dir etwas Rotes auf den Schirm schickt.
Vergiss es - das war nur eine dumme Idee.
Ja.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
mhmm...
Ich finde, erfahre, es aber genau umgekehrt - besonders waerend einer
Contemplativen Zeit, dass eben genau mein Funktionieren in der Welt
einer mehr oder weniger umfassenden Analyse zugaenglich wird.
Hier ist - meine ich - ein Missverständnis.
Ich meinte: Indem man über sich selbst und
sein Funktionieren meditiert, kommt es zum
Verebben an hormoneller Unterstützung.
Noe, warum denn?
Weil man seine Zerbrechlichkeit erkennt, auch dessen
was man erschafft...
und den Irrsinn, trotzdem zu erschaffen.
Das kann doch zur Entfremdunng führen.
Post by As Below
Also bei allem was ich darueber weiss, und das ist durch die lange und
gruendliche auseinandersetzung mit meiner krankheit nicht gerade wenig,
gibt es darauf keine Hinweise...
... wobei ich selbstverstaendlich nicht wirklich weiss, was du mit
Meditation vielleicht meinst. Ich koennte mir vorstellen, das "Gruebeln"
solche Resultate bringt, da Gruebeln , oder "angestrengtes Nachdenken"
ueber existenzielle Fragen genau so stressig ist wie etwa eine schlecht
vorbereitete Mathe-Arbeit.
Aber wie schon oft gesagt : Ich halte mich da an die Anweisungen des
Herrn Gotamo, vom mittleren Weg, ich habe ausreichend gegessen und
getrunken und medidiere immer zunaechst aufs "wohlbefinden". Meditieren
bedeutet ja nicht das man etwas so sehr unter spannung setzt, dass es
zerbricht.
Aber ich will nicht sagen, dass es solchen Irrsinn auch als Meditation
gibt. Aber wenn man es schon nicht leiden mag, von Anderen zu etwas
gezwungen zu werden - warum sollte man sich das dann selbst antun ?!
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
mhmmm...
Aendern sich die Situationen oder deine Ansicht davon ?
es ist die Art der Betrachtung, in die ich mich begebe...
ich betrachte meine Wahrnehmung und damit auch die Botenstoffe.
Das kenne ich nicht. Darauf kann ich mir keinen Reim machen.
Also ich kann meine Wahrnehmung nicht wahrnehmen - ich kann mir auch
nicht vorstellen wie das zu machen sein koennte...
Man erlebt doch, wie sich die eigene Welt zusammensetzt und
macht sich das sehr bewusst - mehr nach Innen gerichtet und
eben nicht nach Aussen.
Man konzentriert sich nur auf das Sehen - oder das Riechen,
oder das Hören.
Konzentriert man sich auf Atmung, dann dann hört man, riecht man
und spürt man wie es eigentlich ganz normal ist. Alles gleichzeitig
halt.

Aber wenn man nur hört - dann verschwindet der grösste Teil der
Welt und damit eigentlich die ganze Welt...
alles schläft - nur das Hören nicht.

Aber - jeder Mensch ist anders, ich weiss nicht wie ich
das anders sagen kann, was ich beim meditieren erlebe.
Post by As Below
Vielleicht meinst du aber auch sowas wie, dass man festellen kann, dass
man eine belegte sicht hat, oder der pegel des abgleich-Rauschens im Ohr
zum Hoersturz mutiert...
Neee.
Die belegte Sicht - das ist aber schon klar.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Ich ziehe mich auf eine andere Ebene zurück und mein
Hirnchen kann aus dem "hormonellen Konzept" geraten,
was ich als Gefahr sehe.
Ja, weiss ich nicht. Ich glaube dein Hirnchen ist weit mehr gefahren
ausserhalb der meditation ausgesetz, die es ganz schoen schlimm aus dem
gleichgewicht bringen koennen.
Diesen Thread habe ich ja auch nicht als Status Quo eröffnet,
sondern als Denkanstoss.
ich finde das auch mal interessant, darüber nachzusinnen ob
nicht allzuviel Meditation auch eine Gefahr sein kann.
Post by As Below
Ich sehe da in der meditation keine besondere Gefahr -
wie gesagt : eher im gegenteil...
Ja - das ist denn doch auch völlig in Ordnung und
danke für Deine Meinung.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Deshalb meine Überschrift zu diesem Thread.
Ok.
Jo.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Ja, dieses Lack-Trinken... Mumenschanz.
Geist laesst sich nicht Mumifizieren, der entsteht und zerfaellt
dreitausend mal in der Sekunde...
Das weiss ich nicht.
ist auch nur so ein durchschnittswert...
naja - aber das bringt mich dann zu der Frage:

Wie kann man das erfahren, dass geist mit einem Durchschnittswert,
z.B. 3000mal in der Sekunde in einem aufsteigt?

Dazu muss ich doch meine Wahrnehmung und wie sie sich zusammensetzt
betrachten können - Du schriebst doch, dass Du Dir keinen Reim darauf
machen kannst darauf, das so etwas überhaupt möglich sein könnte.

Aber das 3000malige Aufsteigen kann man erleben?
Oder hast Du das einfach übernommen?

Kannst Du Dir nicht vorstellen, das deine Aussage
mit dem 3000maligem Aufsteigen auf mich nicht weniger
merkwürdig erscheint, als Dein in Frage stellen meiner
Erfahrung?

Ich finde:
3000maliges Aufsteigen (oder zwei - bis viertausendmaliges)
eines Geistes erfahren zu können, ist für mich Schwieriger
als das Beobachten einer Wahrnehmung.

Dann haben wir wohl Beide absonderliche Begabungen?
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich auch ncht, und darueber koennen wir auch froh sein.
Wer weiss auf was fuer Ideen wir kommen wuerden, wenn wir es wuessten...?
Post by Mathias Grewin
er hat getan was er wollte und niemandem dabei geschadet.
""... warten wirs ab."" , wie der Meister stets zu sagen pflegte.
Ich schaff' das nicht - ich krieg' meinen Hals nicht unter mein
Knie...
ich kann mich mit dem Bein noch nicht mal hinterm Ohr kratzen -
aber wer das machen will, der soll es gerne tun und die Verantwortung
für die Folgeerscheinungen nicht der Mumie zuschieben.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die
"bequemsten Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht
umsonst zelt die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das
Wohlbefinden, ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.
Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Ich sitze gerne wie ein Inder auf dem Boden.
Ich liege gerne auf meinem sofa, und sitze gerne in einem bequemen stuhl,
mit Armlehnen. Tja, eigenartig nicht wahr, das ein ganzer Kontinent es
nicht geschafft hat, trotz Alexander, in 3000 0der 5000 Jahren Tisch und
Stuehle zu erfinden. Das faellt mir jetzt erst auf. Hab ich vorher noch
nie drueber nachgedacht. Das fuehlt sich echt komisch an...
... so als wuerde man auf seine Fuesse schauen, und gerade zum ersten
mal bemerken, wie weit die doch von den Augen entfernt sind - und
trotzdem klappt die Koordination astrein.
:-)

Vielleicht wollen die keine Tische und Stühle,
denn inzwischen werden die ja wissen, das es so etwas
gibt.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das war anfangs nicht bequem aber es tut meinem
Rücken gut -
nun ist es der bequemste Sitz für mich, um zu
meditieren.
Prima.
Post by Mathias Grewin
Haja - und dann hatte ich die Idee, das die Mumie
bevor sie eine war vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen ist
wie ich ...
:-)
jau und ich komm dann in meinem Rollstuhl aus Feuer immer vorbeigeflogen
und gruesse dich : Howdy olle Lederpelle...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich weiss nur, das ich fortwährende Veränderungen
zu einem Gesamtbild verkitte, das eigentlich so
zwar nur für mich existiert und nicht aus sich selbst heraus.
jaja, wie oben schon mal gesagt : vieles muss man sich zu einem
dauerhaften eindruck erstmal hinluegen. :-))
ja - und das ist auch mit einem Weg so...
wie auch mit dem "Ich".

Das ist auch bei Musik so.
Denn wenn ich alles vergesse, dann ensteht keine
Melodie...
ich will das nicht als "hinlügen" hinstellen,
aber ich erweitere beim Musikhören das Momentane
mit dem Gewesenen (was eigentlich gar nicht mehr ist).
Post by As Below
Ich muss jetzt mal Schluss machen,
die Sache mit Tisch und Stuhl hat mich irgendwie seltsam beruehrt.
Aha?

Du - das habe ich eindauernd, das mich Vieles seltsam berührt:

Ich staune und wundere mich z.B. darüber, das da eine
Ameise herumläuft, das mich ein Hund anguckt,
das Fjordpferdstute "Hanni" eine Banane frisst
oder das die Hühner kacken.
Post by As Below
Wir reden morgen weiter
Das halte ich auf die Dauer nicht durch, glaube ich...
Post by As Below
bis dahin schlaf gut und erwache froehlich
danke - ebenfalls...
und lieben Gruss auch von Ulrike
an Euch in unbekannter Weise
und natürlich auch von mir

Mattjes
As Below
2010-10-28 02:06:57 UTC
Permalink
Raw Message
In article <***@mid.individual.net>,
Mathias Grewin <***@gmx.de> wrote:

Hallo Matjes, schoen mal wieder was von dir zu lesen.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Das was losgegangen ist ist auch angekommen.
Sonst waere es ja nicht angekommen - veraendert hat sich nur die Form.
Dein Satz ist etwas provozierend, denn er bedeutet nichts Anderes
"Was ich sage, das ist wahr -
sonst wäre es ja unwahr."
Das waere dann eine Tautologie, oder : Zirkelschluss.
Post by Mathias Grewin
Ausserdem postulierst Du eine Beständigkeit, die es mMn.
nicht gibt, was meditativ auch nachvollziehbar ist.
"Ich ging los und ich kam an!"
Ja, oder : Ich meditierte und dann meditierte ich wieder , und dann
meditierte ich wieder ... Und wie soll denn das nun enden ?
Option 1 : ... und es war jedemal jemand anderes der meditierte.
Option 2 : und jener der meditierte war immer der selbe.
Post by Mathias Grewin
Wenn aber Unbeständigkeit sich auf den Weg macht,
dann wird auch nur Unbeständigkeit ankommmen können...
(siehe Annata).
Annata heisst ja nur, dass es nichts gibt was ein bestaendiger
Wesenskern waere, der z.B. auch den tod ueberdauert und dann z.B.
wiedergeboren wird, oder sich wieder mit dem Atman vereinigen kann.

Das Erschaffen deiner Persoenlichkeit haengt aber von etlichen Faktoren
ab, die durchaus auch als eine staendige Fortsetzung der
Persoenlichkeits-Schaffenden Aspekte / Bedingungen gelten koennen -
dazu gehoeren z.B. die Funktionen deiner Physis, deines Koerpers -
der Prozess der Erschaffens und wieder-Erschaffens und
Wieder-Erschaffens.

Man kann davon sagen, dass es nichts wirkliches ist -
Aber das program wird ja staendig kopiert (z.B. die DNA), und so kann
man sagen, dass es wirklich ist, solange es ist, solange die Summe
arbeitender Funktionen nicht unter ein gewisses Niveau faellt.

Aus Mystischer Sicht gibt es da einen Geist der in der Zeugung oder
innerhalb bestimmter Zeit danach von dem neuen Koerper Besitz ergreift.

Aus eher materialistischer , rationaler Sicht koennte man sagen : Da ist
ein Koerper, eine Zelle oder Zellformation, die sich Geist, Bewusstsein,
Empfindung, etc. "aneignet"...

Haben sich Fehler oder Irrtuemer in diesen "geist" eingeschlichen, oder
ist er krank auf eine seltsame Art und Weise , eignet sich das Wesen,
Der Zellverband auch diese Fehler und Irrtumer an - so entsteht etwa
Karma, Wieder-Geburt - und genau so wie Irrtuemer oder Un-Wissen kann
sich ein mensch auch Loesungen aneignen - das alles wird auch durch die
Situation bedingt in der Zeugung Geburt und Entwicklung stattfindet.

Die Form veraendert sich - aber diese Sache, die sich etwas aneignet
(und auch Dinge abwehrt) ist durch Jahrzigtausende immer die Selbe :
Leben. Das ist schon etwas besonderes. Und so kann man eben halt sagen :
Die Welt entsteht und vergeht in und mit diesem Koerper - und die Essenz
dieses Koerpers aendert sich nicht, nur die Formen aendern sich. so wie
sich auch die Essenz von Geist nicht aendert, nur die Formen aendern
sich.

Ich jedenfalls habe keine besonderen oder festen Ansichten zu diesen
Dingen. Was immer ich ergreife oder abweise, es ist immer das was es ist.
Und immer wenn ich glaubte ich haette erkannt wer der An-Eigner ist, war
das nur etwas das ich mir angeeignet hatte...

Aber das kann ich eben auch als eine Konstante, eine Linie sehen, mit
Beulen und wirren Verlaeufen - aber die Linie ist bis jetzt konstant,
hat mich von ersten Betrachtungen als Qualle bis hierher gefuehrt...

Und soweit ich mich erinnern kann, haben wir doch darueber auch schon
oft gesprochen, und waren uns eigentlich einig darin, dass man es
vernachlaessigen kann, ob man jetzt gerade etwas dauerhaftes ist, oder
etwas das die Form staendig veraendert, oder ob es nur Form gibt, und
sonst nur die Leere.

Das alles mag gelangweilten Moenchi zur lebensnotwendigen
Nerven-Hirn-Spannung gereichen - aber es aendert nichts an den
Bedingungen und dem "Geist" auf welches Ergreifen so ein Mensch Optionen
haben kann.

Manchmal ist das angebot , situationsbedingt, eben sehr mager und
besteht aus wenigen geklonten Ideen.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Er hat sich über einen langen Zeitraum deshalb verändern
können, weil er sich auch über kleinste Zeiträume verändert hat.
Wenn es nicht losgegangen waere haette es ja nicht ankommen koennen.
Ich finde deine Betrachtungs-Weise gerade sehr oberflaechlich.
Mir geht es ganz genauso mit der Deinen - und inkonsequent
finde ich sie auch, denn Du bist doch auch jemand
dem das
"immer wieder neue Erschaffen"
als etwas Unabdingliches bewusst geworden ist.
Ja. Aber ich schaue eben da durch und frage : Wer oder was betreibt denn
diesen Zyklus aus Erschaffen - Erhalten - Vernichten. Oder : warum hat
es nicht aufgehoert.

Mir ist ja alles klar, bis zu diesem Punkt.
Aber da, in dieser tiefen Schicht, da sehe ich Nichts.
So wie du es verstehst und ich es verstehe gibt es ja keinen Erschaffer,
aber es gibt das Erschaffen - Warum ?

Hier endet mein funktionales Bildgeschehen.

hast du irgend eine Ahnung, Vision, Loesung ?
Ich nicht - ich hab nur die Frage oder Aufgabe oder wie immer man es
nennen will.
Post by Mathias Grewin
Was gedanklich passiert, das geschieht auch mit der Projektion.
Es kommt am Ende des Weges etwas Neues/Anderes an.
Ja, auch. Verstehe mich bitte nicht falsch.
Ich will dich ja gar nicht ins Unrecht setzen.
Ich habe nur Fragen oder diese eine Frage die sich eben aus der
Betrachtung deiner Ansicht ergibt...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Und deshalb werde ich immer nur - ich bin nicht.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ja, aber das Werdende bist du doch ?
Oder gibt es das Werdende nicht?
Das Werdende gibt es nur, weil es auch Vergehendes
gibt...
darum finde ich die Aussage von Isokrates so enorm
Der Weg entsteht beim gehen ...
beim gehen entsteht der Weg -
und wenn Du zurückblickst, siehst Du deine Fussstapfen
in die du nie wieder wirst treten müssen.
Ja, oder der song "Lady Time" aus dem Buddhist Motel,
der sagt nur davon etwas...

Ich teile ja deine ansichten, also ganz unabhaengig davon ob ich dazu
noch Fragen habe oder nicht. Oder sehe es doch fuer Spass mal so :
Auch die Antworten vergehen. :-))
Post by Mathias Grewin
Tatsächlich "kann" Dasselbe da gar nicht mehr hineintreten.
ja, ist ja richtig einerseits, andererseits unter Anwendung einer
gewissen logik, schickt Isokrates dich immer wieder in die gleiche
((kurze) Bahn...

Es gibt auch andere treffende bilder aus der Antike, z.B. dass niemand
zweimal im gleichen Fluss baden kann, oder sich zweimal mit dem selben
Wasser waschen kann. Und wenn du irgendwo hinzutrittst anderst du ja
Umstaende und Bedingungen, und daher kannst du nicht zwei mal den selben
Raum betreten... und so weiter und so fort bis hin zu du kannst nicht
zwei mal den selben Gedanken denken.

Deshalb ja meine freche Behauptung : etwas das Erschaffen ist, wuerde im
gleichem Moment vergehen, wenn es nicht mit einer Luege oder vielen
Luegen (Unwissenheiten, Falschheiten, Rechtfertigungen, Gefuehlen,
Unwahrheiten etc.) Fortbestand erlangen wuerde.

Und daher meine weitere feche Behauptung, dass man das "sehen" kann,
wenn man "Geistbewegungen", die Dynamik des Denkens, zum Gegenstand der
Meditation macht.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Wenn es das Werdende gibt dann veraendert sich halt vielleicht seine
form, aber es bleibt das Werdende.
Warum benutzt und verstehst Du die Worte nicht mal in ihrem
"wahrsten Sinne?"
Tu ich doch - du reagierst nur als waerest du ins Unrecht gesetzt worden.
Das wollte ich nicht, und dazu , dich ins Unrecht zu setzen, habe ich
auch gar keinen Grund (gesehen).

Lass und ruhig einmal Arrogant sein, und behaupten wir wuessten alls vom
Entstehen - Fortdauern und Vergehen. Wuerdest du dann sagen, dass wir
alles vom Werdenden wissen.

Ich muss eingestehen - ich weiss nichts davon.
Post by Mathias Grewin
"Bleiben" ist nicht "Werden"
"Vergehen" ist nicht "Bleiben"
Ein "Bleiben" gibt es nur für das menschlich-alltägliche
Zurechtkommen, was aber eine "unscharfe Betrachtungsweise"
ist.
Will man bei solchen Betrachtungsweisen verbleiben,
dann braucht man nichts hinterfragen.
Aber eben weil unsere Betrachtungsweisen _nicht_ bleiben,
gerade darum müssen wir sie immer wieder neu erschaffen.
Mit einem Weg ist das auch so.
Ja. Ich habe keine Einwaende...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
kein So-Sein ohne Da-Sein
kein Da-Sein ohne So-Sein
Ja!
Das ist Werden und vergehen...
was eben das Sein ausmacht und gestaltet
(und entsprechendes Leid erzeugt)
Ja, das staendige End-Werden ist das Leiden.
Aber solange man tanzt ist es ja nicht da.
Aber wenn man das nicht weiss, dann setzt sich das Leid immer fort,
weil man Leidensmomente wieder und wieder erschafft, um ihnen tanzend zu
entkommen. Und dann funktioniert das mit dem Tanzen auch nicht mehr, und
man muss etwas neues Erschaffen und das muss den Verlust, das Ende schon
beinhalten - und so reiht sich ein Leidensmoment an den anderen.

Wenn man aber Bewusstsein ueber das Leid hat, ist es nicht mehr noetig
Leidensmomente zu erschaffen, denen man entkommen will - und so werden
die Leidensmomente weniger und weniger.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das Verharren im "Ist" - ist mir schlichtweg unmöglich.
das Unmoegliche ist ja auch nur ein Ausdruck des Ver-harrens im
(scheinbar) Moeglichen.
Post by Mathias Grewin
Das ich für mich trotzdem etwas Beständiges zu sein scheine,
daran hat das Erinnerungsvermögen entscheidenden Anteil,
neue Erfahrungen integriere ich alle in "eine" Person.
Wer oder was integriert ?
Das Verlangen nach einem beständigen Wesenskern, den es
bei genauer Betrachtung nicht gibt...
Ok, dann waere meine naechste Frage : Wer oder was besitzt Verlangen,
Durst ?

Das Verlangen haengt ja nicht so in Klumpen im Universum rum, und treibt
dann in einen Trichter der es in die "Geist-Maschine" schickt.

Oder ich koennte auch fragen : fuer wen oder was ist denn das Verlangen
notwendig oder wichtig ? Wozu ist es gut, wenn es zu nichts gut ist?
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Und die sind alle zusammengesetzt.
Ja, woraus ?
Das kann ein Begriff nicht mitteilen!
Ich weiss.
Post by Mathias Grewin
"Geist" ist nur ein Wort - und es erklärt
nichts - rein gar nichts...
denn ein Wort kann keine Erfahrung
mitteilen.
So sehe ich das auch. Ich dachte das haette ich dir mit-geteilt.
Post by Mathias Grewin
Was nutzt das Wort Erdbeergeschmack ohne
jemals Erdbeeren geschmeckt zu haben.
Der Begriff kommt ja erst nach dem Schmecken.
Das ist alter kram. Damit sollten wir uns nicht aufhalten.
Solche Gedanken sind mal hier und da gedacht worden -
aber das muessen wir uns nicht aneignen, um zu verstehen
was wir sagen.
Post by Mathias Grewin
"Aus Schaumkronen auf dem Meer"
(das ist eine gute Antwort - aber nicht unbedingt
meine)
Denn das Meer ist auch Schaum
und Schaum ist auch das Meer...
und das Werden und Vergehen macht
Schaum zu Meer und Meer zu Schaum
und der Schaum gehört zum Meer
wie auch das Meer zur Meerschaumpfeife.
... und zum Meerschwein
Post by Mathias Grewin
Und weil soviele wissen wollen, woraus alles
zusammengesetzt ist, gibt es so viele Philosophien
und je mehr es davon gibt - von diesen Philosphien -
das die Philosophen auch nur mit Wasser kochen.
meistens noch nicht mal das. Sie hauen sich im allgemeinen goetter und
Daemonen in die pfanne - und in diesem Kultur-Zirkel meist diesen "gott"
wenn sie etwas gruendlich erklaeren wollen. :-)))

Ja, da gab es schon lange Weltgegenden in denen Denker das schon zu ende
gedacht hatten und durch-dacht hatten...
Post by Mathias Grewin
Und damit verbleiben sie bei ihren Zusammensetzungen
und können die auch nicht verlassen - und drehen sich
im Kreis ...
ja und das worum es sich dreht entsteht nur durch das Drumherumlaufen,
oder Drumherumdenken... aber eigentlich ist da nichts. Keine Mitte, kein
ZenTrum.
Post by Mathias Grewin
erschaffen sich z.B. "Qualia" und vergessen doch tatsächlich,
dass die Frage danach, was denn die Qualia festlegt und
diese wiederum festlegt usw. gleich mit zu lösen wäre
und so philosphieren sie noch heute.
ja, sowas nennt man Nagelketten :-))
Post by Mathias Grewin
Also - woraus ist alles zusammengesetzt?
Aus Nichts!
Siehste.
Post by Mathias Grewin
Das kann man sich nicht vorstellen wie man sich den
eigenen Tod auch nicht vorstellen kann.
Naja, ich weiss wie mein Tod beschaffen ist - wenn ich auch nicht weiss
wie und woran ich sterbe.
Post by Mathias Grewin
Nichts bedeutet nicht, das da Nichts ist bloss weil Menschen
meinen es müsste dann nichts sein wenn Nichts wäre...
Leere und Form - und Form und Leere.
mhmmm...
kein Dasein ohne So-Sein,
wenn alles So-Sein, die Form und die Beschaffenheit enden, wenn es
kein "wie es ist" mehr gibt, dann gibt es auch kein Da-Sein mehr.

Aber kein So-Sein ohne Da-Sein, die Beschaffenheit das "wie es ist"
bedingt ein "dass es ist", unbedingt. Denn Nichts koennte irgendwie sein.

Buddhist Motel / The last ist the first...

Wir ( Da-Sein ) schaffen uns also jetzt die Bedingungen unseres
zukuenftigen So-Seins.

Wenn wir es aus irgendwelchen Gruenden nicht darauf anlegen, nicht Da zu
Sein - obwohl das, und nur das, des Leides Ende ist.

Und das kann man ja nicht so oberflaechlich betrachten wie manche
buddhisten es tun und sagen : Ich gehe nicht dahin wo gelitten wird -
oder wo gelitten wird, Da Sein ich nicht.
:-))

Das waere ja das Normale, die uebliche Jagt nach der Glueckseeligkeit,
"the Pursuite (?) of Happines" (Procol Harum)
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Wir sind zwar kompliziert, aber es gibt uns auf der Erde
milliardenfach - und wir sind, wie alle Phänomene -
der Vergänglichkeit (dem langen Atem des Nichts) unterworfen.
Klar , vorausgesetzt, das war schon immer so -
wie kommt es dann, dass wir noch da sind ?
:-)
Frag' Dich das doch mal, wenn wir alle weg sind...
dann relativiert sich deine Frage.
Das ist lustich, aber auch eben ein Hinweis darauf,
das sich in deinem Denken gerade etwas bewegt hat - im Geist.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Warum nicht? Wir haben diese kriterien doch mit unserer Vernunft
entwickelt...
Nö - wir haben uns nur angepasst und das Beobachtbare
klassifiziert (Mimikri, Anpassung) Wir sind selbst Evolution
und was wir Vernunft nennen ist daher ja nicht unabhängig davon.
Ja, aber das sagte ich ja gerade.
Post by Mathias Grewin
Aber eben auch nicht zwingend!
Oder ist es vernünftig, das alles für'n Arsch ist?
Nein, alles ist vollkommen sinnlos koennte man sagen.
Und darauf zielte ja meine Frage ab, warum es denn dann immernoch
in Betrieb ist. :-)

Wir haben also keine Antworten auf diese Fragen.
Vielleicht muessen wir uns das einfach nur mal eingestehen, und dann
wird vielleicht alles leichter und huebscher, Schoener...

Schoenheit, selbst die Goetter duersten danach...
Ich machs mir schoen, solange es noch dauert, und ich will ueberhaupt
"schoenheit" erschaffen...

Aber ob das Vernuenftig ist - das weiss ich nicht.
Es interessiert mich auch nicht.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Das verstehe ich nicht.
Ist nun so etwas wie religioeses oder philosophisches Denken notwendig
um zu ueberleben, oder nicht ?
Für einen Menschen wohl ist es schon wichtig einen Sinngeber
finden zu wollen, bei dem er seine Fragen nach dem Sinn
seines Daseins abgeben kann.
Solange er das tut, verzweifelt er nicht.
Ja, ich denke auch zunaechst, das Hoffnung die einzige vertretbare
Rechtfertigung fuer Religioeses-Denken ist.
Leider ist gerade dieses Denken auch so sehr besetzt mit falschen
Versprechungen, und Illusionen.

Aber das muss man durch, auch wenns weh tut, hin zu der
Erloesung aus der Hoffnung, die gemacht wird.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Wenn die Zukunft aber offen sein soll, dann nur insoweit die Gegenwart
abgeschlossen - erledigt - ist. Nicht wahr... ?
Da ist nichts das bewusst irgendetwas lenkt und
irgendwohin will.
Ja, mit "bewusst" jetzt in diesem Zusammenhang ist da wohl wirklich
nichts, gelenkt aber schon . wie gesagt: wir erschaffen uns unsere
Zukunft jetzt. Probleme entstehen da eigentlich nur deshalb, weil wir
die Zukunft nicht fuer uns allein haben, sondern mit Allem teilen
muessen :-)
Post by Mathias Grewin
Es geht doch alles kaputt!
Wieso das denn, vor zwanzig Minuten war doch noch alles ein "'Werden" ?
Post by Mathias Grewin
Ich bin dazu fähig, die Dauer meiner kurzen Existenz
zu relativieren und wenn es keine Erinnerung mehr gibt, dann
gibt es auch nichts, was irgendjemandem als etwas Richtungsweisendes
vorkommen könnte.
mhmmm, was also auch immer "wird" , wuerde demnach aus "erinnerungen"
werden ? Auch witzig, neee ?
Post by Mathias Grewin
Für mich macht es keinen Sinn mehr, eine "Momentaufnahme"
Sterne entstehen und explodieren
und was weiss ich, welche Richtung des Lebens auf irgendeinem
Planeten eingeschlagen wird.
Ich weiss noch nichtmal was fuer eine entwicklung mein leben nehmen wird,
vielleicht erlebe ich in den zehn oder fuenf oder fuenfzehn Jahren die
ich noch lebe, hundert mal soviel wie in den Jahren die ich bereits
gelebt habe. ... und das macht dann die Dauer aus. :-)))
Post by Mathias Grewin
Und welcher Planet soll Deiner Meinung nach die Richtung
vorgeben dürfen?
Deine Perspektive?
Wie gesagt : Ich habe keine Per-Speck-tive, nur ein paar ganz
individuelle Interessen, und Absichten und Zwecke und Ziele...
aber das ist ja nur so ein fingerhut voll Wasser aus dem Weltmeer.
Ich denke daruber nicht weiter nach, beschaeftige mich nicht damit ob es
sinnvoll ist, ueberlege nur wie ich es realisieren kann.
Post by Mathias Grewin
Es wird wohl viele Richtungen geben...
Die Ameise melkt viele Läuse,
diejenige, die ihr am nahsten ist wohl zuerst.
die Sonne scheint - der Regen fällt (wie Du gerne sagtest)
und wir sind alle tatsächlich Darsteller von Nebenrollen
und meinen immer wieder, wir spielen die Hauptrolle.
Ja, dabei spielt das Leben die Hauptrolle, und die Bedingungen die es
haben entstehen lassen, und es fortdauern lassen... und manchmal eben
auch wegspuelen.
Post by Mathias Grewin
Die Hauptrolle aber spielt die Vergänglichkeit
und der Joker ist dort zu sehen, wo ein alter
Totenschädel liegt.
da musst Du hineinschauen...
Mach ich jeden Tag. Ist Routine.
Und der Typ hiess auch nicht Joker sondern Yorick. :-)
Und der da kuckte hiess nicht Kottlet sndern Hamlet,
und das ist guter Stoff...

Besser als alle Leer-Reden.
In mit Romeo und Julia schaut er ganz ganz tief in den Totenschaedel.
Post by Mathias Grewin
und was siehst Du?
Der Schädel ist leer.
Ja, ist ja wahr. Aber dennoch gibt es nicht einen Menschen auf der Welt,
der lebt ohne sich schuldig zu machen - und einige wenige wollen von
dieser Schuld etwas abtragen. Und Mara kommt und fluestert : ""Teile das
nicht mit anderen - behalte es fuer dich.""

und ich denk mir : och schlimmer kanns nicht werden.

Ist doch so, oder ? :-)
Post by Mathias Grewin
Mein Erleben habe ich nun mal durchschaut.
Ich kann doch nicht so tun, als würde ich
*nicht* meine Inhalte immer wieder neu
erschaffen, solange es nur geht.
Ja, aber das muss ja nicht !
Da kann dir die Fantasie doch Entlastung bringen.
Wenn du es wirklich durchschaut hast, hast du die Freiheit es so zu
sehen wie du willst, und das zu erschaffen was du willst.

Dann koenntest du eigentlich Kuenstler werden.
Weil : ARS LONGA - VITA BREVIS
Post by Mathias Grewin
Warum soll ich so tun als ob ich etwas nicht
erfahren haben, wenn ich es erfahren habe?
Gute Frage. Also ich wuesste darauf keine Antwort.
Und warum tust du es immer ??
Post by Mathias Grewin
Wenn ich nur das berücksichtige, was ich erlebe
und es nicht hinterfrage -
dann wäre ich wohl ein Tier.
Wie kommst du den jetzt darauf ?
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Wenn sowieso alles vergeht - weil alles vergehen muss,
warum vergeht es nicht sofort ?
Wenn etwas Angenehmes schnell vergeht, dann wird gerne
"Schade - das es so schnell vorbei war!"
Jau, und dann sucht man neues angenehmes zu erschaffen oder zu ergreifen.
Aber warum ?

Was kann den angenehm sein, wenn man weiss das es bald vorbei ist ?
und das dann die kalten Haende die Massage fortsetzen und dein Fleisch
zerreissen und deine Knochen zerbrechen, und deinen Schaedel zermalmen?

Was ist denn daran angenehm?
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Warum erschaffst du es immer wieder neu, warum versuchst du das
Erschaffene gegen das Vergehen zu halten ?
Siehst Du nicht? Siehst Du nicht was Du eben
geschrieben hast?
Doch, deshalb frag ich ja.
Ich dachte du wuesstest vielleicht mehr wie ich.
Post by Mathias Grewin
Wir erschaffen immer wieder neu und können das
vergehen nicht aufhalten.
Wenn wir einen Weg gehen, dann erschaffen wir uns
zu Beginn - während wir gehen - und am Ende...
Dasselbe gibt es kein zweites Mal.
also begnuegen wir uns mit dem Aehnlichen... :-)
Was dann dazu fuehrt, dass wir uns fragen : wieviel Aehnlichkeit
reicht aus ?
Und dan kann man seine Ansprueche entweder heraufsetzen oder
runterschrauben.
Ganz zum Schluss geht die Rechnung immer auf Zero.
Post by Mathias Grewin
Deine Frage kannst Du auch an die Sonne stellen, die Helium
aus Wasserstoff entstehen lässt.
Auch das was da entsteht muss wieder vergehen
und wenn man das weiter verfolgt, dann bestehe ich nur
aus Stoffen, die schon vor mir entstanden sind
und durch welche ich fähig bin, selbst zu erschaffen.
(Eisen, Wasser, Eiweiss...usw.)
entstehen wollen, obwohl sie wieder vergehen müssen?
Tja, mhmm, keine Ahnung.
Du sagst du bestehst aus diesen Stoffen. Aber woraus bestehen diese
Stoffe, u.s.w. ?

Man nennt so etwas einen "infinitiven Regress"...
trifft man relativ haeufig an, bringt aber nichts -
macht nur, dass man am sofa oder dem Meditations-Stuehlchen festwaechst.
und zur tomate wird, oder sonstwas was schimmelt...
:-)

Da muss man einfach sagen: Halt bis hierhin und nicht weiter !
"Warum das denn?" "weil ich nicht zu Gemuese werden will, weil das
Scheisse karma ist, als Ruebe wiedergeboren zu werden, oder als
Pantoffel."
Post by Mathias Grewin
Und aus ihnen bin ich zusammengesetzt - grob
und unter Anderem natürlich - doch ohne die könnte ich nicht
leben... nun lebe ich (erschaffe ich) aber und nun fragst Du mich,
warum?
Ach nee, warum du erschaffst und dem Vrgehen entgegenwirken willst, und
es dir gelingt, das weiss ich doch. Weil, du bist ja da.

Meine Fraege zielte mehr auf das universale "Werden",
warum es das gibt, wenn von anfang an klar war, das da nix draus wird.

Oder war das nicht von anfang an klar ?
Wem ist es dann aber klar geworden, wenn , wie du sagst, niemand
existiert dem es haette klar werden koennen ?

Und wenn jemand existiert dem es klar werden konnte, dann stimmt es ja
nicht - dann ist ja doch nicht nix draus geworden...

Seihste, und der ehrenwerte herr Gotamo sagt dazu nur : Denk dir weder
das eine noch das andere - denke etwas ganz anderes, gibt genug, und
wenn nicht mach was mehr daraus... so ungefaehr, sacht er .
Such dir einen guten Job, und mach den guten Job noch besser.

Und mir faellt auch nix anderes dazu ein.
Post by Mathias Grewin
Und vor uns haben u.a. Blaualgen dafür gesorgt, dass
ich Sauerstoff zum atmen habe.
Hätten wir keinen, gäbe es Deine Frage nicht an mich -
sie bringt also nichts.
ja, aber das hat sie ja gebracht...
Post by Mathias Grewin
Es passiert einfach - nur kommen wir uns damit nicht wichtig
genug vor ... es schmeichelt uns zuwenig.
Das gibt sich!
Klaro. Die Eitelkeit muss man hinter sich zuruecklassen, sonst tut das
was weh tut 1000 x weh.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Weurde man dem Erschaffenen nicht staendig neue kleine Luegen und
Un-Wahrheiten beifuegen, wuerde es im selben Moment vergehen in dem es
erschaffen wird.
Ja aber - das ist doch was ich sage...
warum sagst Du nun, was ich sowieso schon
sage?
Jedes Beifügen und jedes Dazulügen ist immer auch
schon eine Veränderung.
Siehste, so sichern wir unseren Ideen den Fortbestand.
Kein Wunder also, dass sich auch Buddhisten streiten, und nicht genau
sagen koennen worum...
Post by Mathias Grewin
Ja - das Ich ist subtil und unbeständig und
seine Ideen sind wie Seifenblasen -
würde man diese Tatsache nicht durch
entsprechende Massnahmen überbrücken,
dann würde Vieles gar nicht erst entstehen.
Jup.
Und das kannste ja dann jetzt steuern, wo du es durchschaut hast.
Das Entstehen von Leidensmomenten kannst du jetzt bewusst vermeiden,
weil du die Zusammenhaenge kennst.
Und ganz besonders kannst du das Wiederholte Entstehen, und das
fortdauern von Leidensmomenten aufloesen - du musst nur bei der Wahrheit
bleiben.
Post by Mathias Grewin
Man lügt sich die Gegenwart nur zurecht...
ich kann nicht zweimal denselben Weg gehen.
und versucht es doch immer wieder und immer wieder,
weil amn am anfang des Weges dem lieben isokrates und seiner Weisheit
begegnen kann , was man schoen findet, wenn es einem zu Teil wird.
:-)
Post by Mathias Grewin
Aber ich gehe - erlebe - komme an ...
und doch hat sich alles verändert,
denn im Ich ist ja die Veränderung schon
enthalten.
Ja, aber auch das Unveraenderliche - denn sonst gaebe es nichts was die
Veraenderung erleben koennte... Das Da-Sein bringt das So-Sein hervor,
und das So-Sein wiederum das Da-Sein.
Post by Mathias Grewin
Weil man seine Zerbrechlichkeit erkennt, auch dessen
was man erschafft...
und den Irrsinn, trotzdem zu erschaffen.
Das kann doch zur Entfremdunng führen.
ja. und...?
Post by Mathias Grewin
Man erlebt doch, wie sich die eigene Welt zusammensetzt und
macht sich das sehr bewusst - mehr nach Innen gerichtet und
eben nicht nach Aussen.
Man konzentriert sich nur auf das Sehen - oder das Riechen,
oder das Hören.
Konzentriert man sich auf Atmung, dann dann hört man, riecht man
und spürt man wie es eigentlich ganz normal ist. Alles gleichzeitig
halt.
Aber wenn man nur hört - dann verschwindet der grösste Teil der
Welt und damit eigentlich die ganze Welt...
alles schläft - nur das Hören nicht.
Aber - jeder Mensch ist anders, ich weiss nicht wie ich
das anders sagen kann, was ich beim meditieren erlebe.
Du brauchst es nicht anders sagen.
Weil es jetzt ja gleihgueltig geworden ist, ob es jemand versteht oder
nicht - weil du keine Bestaetigung (von aussen) mehr brauchst.

Ich verstehe es auch so.
Post by Mathias Grewin
Diesen Thread habe ich ja auch nicht als Status Quo eröffnet,
sondern als Denkanstoss.
Ja, hat ja auch super gut geklappt...
ich habe viel Nachgedacht, Reflektiert, wie man so sagt...
und auch viel einfach mal hingeschaut.
Post by Mathias Grewin
ich finde das auch mal interessant, darüber nachzusinnen ob
nicht allzuviel Meditation auch eine Gefahr sein kann.
Oh ja... Das kann ! Und meditation ist auch nicht gleich meditation,
und so mancher geht als kleiner Narr in die Meditation und waechst
quasi ueber sich hinaus... :-)

Das Egomane liegt halt immer auf der Lauer,
sich einen Menschen zu schnappen...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Ich sehe da in der meditation keine besondere Gefahr -
wie gesagt : eher im gegenteil...
Ja - das ist denn doch auch völlig in Ordnung und
danke für Deine Meinung.
Aber Bitte sehr, das war doch keine grosse Sache.
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Deshalb meine Überschrift zu diesem Thread.
Ok.
Jo.
Wie kann man das erfahren, dass geist mit einem Durchschnittswert,
z.B. 3000mal in der Sekunde in einem aufsteigt?
Vergleichen und Rechnen.
Also zunaechst mal, lernt man ja mit 30stel Sekunden umzugehen,
dann mit drei-hundertstel, und dann merkt man aber, dass die Ideen noch
schneller sind, und dann schaetzt man das ab, und dann errechnet man
halt so einen Durchschnitt...
Was halt noetig ist, um Verschwimmen von Pixeln, oder einzelne
Frequenzanteile, Rauschefahnen etc zu vermeiden... oder man rechnet das
Attack eines Klanges aus... u.s.w.

also, sicher ist diese Angeba nicht - ist nur so vage.

Jetzt muss ich erstmal bisken schalfen

Guten Morgen

fchen
Post by Mathias Grewin
Dazu muss ich doch meine Wahrnehmung und wie sie sich zusammensetzt
betrachten können - Du schriebst doch, dass Du Dir keinen Reim darauf
machen kannst darauf, das so etwas überhaupt möglich sein könnte.
Aber das 3000malige Aufsteigen kann man erleben?
Oder hast Du das einfach übernommen?
Kannst Du Dir nicht vorstellen, das deine Aussage
mit dem 3000maligem Aufsteigen auf mich nicht weniger
merkwürdig erscheint, als Dein in Frage stellen meiner
Erfahrung?
3000maliges Aufsteigen (oder zwei - bis viertausendmaliges)
eines Geistes erfahren zu können, ist für mich Schwieriger
als das Beobachten einer Wahrnehmung.
Dann haben wir wohl Beide absonderliche Begabungen?
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das wird wohl durch die Schmerzen bedingt sein, die mit der
Selbst-Vergiftung einhergehen, und dem Versuch diese zu unterdruecken.
Dann ist er auch noch ueberlackiert worden, dann die kalte reine Luft,
etc. pp.
Aber was man sieht ist nur ein toter Koerper, der einstmals eine Mensch
mit Geist begabt gewesen ist. wie krank muss dieser Geist gewesen sein,
um die absicht zu entwickeln, ein solches Zeugnis von Irrsinn zu
hinterlassen ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich auch ncht, und darueber koennen wir auch froh sein.
Wer weiss auf was fuer Ideen wir kommen wuerden, wenn wir es wuessten...?
Post by Mathias Grewin
er hat getan was er wollte und niemandem dabei geschadet.
""... warten wirs ab."" , wie der Meister stets zu sagen pflegte.
Ich schaff' das nicht - ich krieg' meinen Hals nicht unter mein
Knie...
ich kann mich mit dem Bein noch nicht mal hinterm Ohr kratzen -
aber wer das machen will, der soll es gerne tun und die Verantwortung
für die Folgeerscheinungen nicht der Mumie zuschieben.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
mhmm...
Glaub ich nicht.
Ich habe immer wieder die Erfahrung machen koennen, dass die
"bequemsten Haltungen" auch die "tiefste Meditation" mittragen. Nicht
umsonst zelt die erste Stufe der meditation des gotamo stets auf das
Wohlbefinden, ein aussergewoehnliches Wohlbefinden.
Ich denke, es war der Schmerz der ihn so verkruemmt hat.
Nun gibt es allerdings auch "gurus" die meinen Schmerz sei der
meditation und der Erkenntnis magisch hoeherer Welten zutraeglich...
Ich halte das fuer Irrsinn.
Ich sitze gerne wie ein Inder auf dem Boden.
Ich liege gerne auf meinem sofa, und sitze gerne in einem bequemen stuhl,
mit Armlehnen. Tja, eigenartig nicht wahr, das ein ganzer Kontinent es
nicht geschafft hat, trotz Alexander, in 3000 0der 5000 Jahren Tisch und
Stuehle zu erfinden. Das faellt mir jetzt erst auf. Hab ich vorher noch
nie drueber nachgedacht. Das fuehlt sich echt komisch an...
... so als wuerde man auf seine Fuesse schauen, und gerade zum ersten
mal bemerken, wie weit die doch von den Augen entfernt sind - und
trotzdem klappt die Koordination astrein.
:-)
Vielleicht wollen die keine Tische und Stühle,
denn inzwischen werden die ja wissen, das es so etwas
gibt.
Post by As Below
Post by Mathias Grewin
Das war anfangs nicht bequem aber es tut meinem
Rücken gut -
nun ist es der bequemste Sitz für mich, um zu
meditieren.
Prima.
Post by Mathias Grewin
Haja - und dann hatte ich die Idee, das die Mumie
bevor sie eine war vielleicht einen ähnlichen Weg gegangen ist
wie ich ...
:-)
jau und ich komm dann in meinem Rollstuhl aus Feuer immer vorbeigeflogen
und gruesse dich : Howdy olle Lederpelle...
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
mhmm, du bist vielleicht beim Meditieren in die falsche richtung
gegangen, die der "Symbolisten" und "Okkultisten" ?
Das weiss ich auch nicht.
Ich weiss nur, das ich fortwährende Veränderungen
zu einem Gesamtbild verkitte, das eigentlich so
zwar nur für mich existiert und nicht aus sich selbst heraus.
jaja, wie oben schon mal gesagt : vieles muss man sich zu einem
dauerhaften eindruck erstmal hinluegen. :-))
ja - und das ist auch mit einem Weg so...
wie auch mit dem "Ich".
Das ist auch bei Musik so.
Denn wenn ich alles vergesse, dann ensteht keine
Melodie...
ich will das nicht als "hinlügen" hinstellen,
aber ich erweitere beim Musikhören das Momentane
mit dem Gewesenen (was eigentlich gar nicht mehr ist).
Post by As Below
Ich muss jetzt mal Schluss machen,
die Sache mit Tisch und Stuhl hat mich irgendwie seltsam beruehrt.
Aha?
Ich staune und wundere mich z.B. darüber, das da eine
Ameise herumläuft, das mich ein Hund anguckt,
das Fjordpferdstute "Hanni" eine Banane frisst
oder das die Hühner kacken.
Post by As Below
Wir reden morgen weiter
Das halte ich auf die Dauer nicht durch, glaube ich...
Post by As Below
bis dahin schlaf gut und erwache froehlich
danke - ebenfalls...
und lieben Gruss auch von Ulrike
an Euch in unbekannter Weise
und natürlich auch von mir
Mattjes
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
As Below
2010-10-28 08:26:17 UTC
Permalink
Raw Message
In article <Freimann-Gefecht-***@news.1und1.de>,
As Below <Freimann-***@t-online.de> wrote:

Was sind wir doch fuer alberne Kerls...
:-)

Da zerfaellt die ganze Welt, da vergeht ein Schoenes nach dem Anderen -
und wir schwatzen hier rum.
Post by Mathias Grewin
Kannst Du Dir nicht vorstellen, das deine Aussage
mit dem 3000maligem Aufsteigen auf mich nicht weniger
merkwürdig erscheint, als Dein in Frage stellen meiner
Erfahrung?
Hab ich doch gar nicht gemacht.
Ich habe meine Erfahrung in Fraegen gestellt.
Post by Mathias Grewin
3000maliges Aufsteigen (oder zwei - bis viertausendmaliges)
eines Geistes erfahren zu können, ist für mich Schwieriger
als das Beobachten einer Wahrnehmung.
Dann haben wir wohl Beide absonderliche Begabungen?
oder so...
Post by Mathias Grewin
Ich schaff' das nicht - ich krieg' meinen Hals nicht unter mein
Knie...
Betti kann das... beide Beine, dann kann man sie irgendwo ablegen.
:-)
Post by Mathias Grewin
ich kann mich mit dem Bein noch nicht mal hinterm Ohr kratzen -
aber wer das machen will, der soll es gerne tun und die Verantwortung
für die Folgeerscheinungen nicht der Mumie zuschieben.
Noe, die Mumie kann nixx mehr verantworten.
Post by Mathias Grewin
:-)
siehste...
Post by Mathias Grewin
Vielleicht wollen die keine Tische und Stühle,
denn inzwischen werden die ja wissen, das es so etwas
gibt.
ja. erstaunlich, nicht wahr ?
:-)
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
jaja, wie oben schon mal gesagt : vieles muss man sich zu einem
dauerhaften eindruck erstmal hinluegen. :-))
ja - und das ist auch mit einem Weg so...
wie auch mit dem "Ich".
Klaro.
Post by Mathias Grewin
Das ist auch bei Musik so.
Denn wenn ich alles vergesse, dann ensteht keine
Melodie...
ich will das nicht als "hinlügen" hinstellen,
aber ich erweitere beim Musikhören das Momentane
mit dem Gewesenen (was eigentlich gar nicht mehr ist).
Naja, fuer Musik brauchst du kein Gedaechtnis.
Und viele Menschen haben fuer viele Musiken auch keins.
:-)
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Ich muss jetzt mal Schluss machen,
die Sache mit Tisch und Stuhl hat mich irgendwie seltsam beruehrt.
Aha?
jo.
Post by Mathias Grewin
Ich staune und wundere mich z.B. darüber, das da eine
Ameise herumläuft, das mich ein Hund anguckt,
das Fjordpferdstute "Hanni" eine Banane frisst
oder das die Hühner kacken.
Wirklich wahr .
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
Wir reden morgen weiter
Das halte ich auf die Dauer nicht durch, glaube ich...
ja, ich kann da auch gut an meine Grenzen kommen...
:-)
Post by Mathias Grewin
Post by As Below
bis dahin schlaf gut und erwache froehlich
danke - ebenfalls...
und lieben Gruss auch von Ulrike
an Euch in unbekannter Weise
und natürlich auch von mir
Mattjes
Buybuy

fchen
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
http://bettis-art-house.blogspot.com
As Below
2010-10-26 10:04:39 UTC
Permalink
Raw Message
In article <***@mid.individual.net>,
Mathias Grewin <***@gmx.de> wrote:

So, ich glaube wir waren mit unserer kleinen Meditatio in diskursivo
bis hierher gekommen.
Post by Mathias Grewin
Nehmen wir einen Weg.
Ein Weg führt von hier nach dort...
und ich kann ihn gehen. Und weil ich diesen Weg
benutzen kann, ist er eben ein Weg.
Ja.
Wie ist das aber, wenn es keinen Weg gibt, sondern nur das Ziel schon
sichtbar ist, und du gehen kannst wie du willst : Etwa so wie die Palmen
auf der anderen Seite der Salzwueste...
Post by Mathias Grewin
Dieser Weg besteht nicht nur aus einer Strecke,
von A nach B -
sondern auch aus Geräuschen, Gefühlen
(mit jedem Schritt) die ich zu einem Ganzen
an erlebten Erfahrungen zusammenfüge.
Ja, wenn du so willst...
Post by Mathias Grewin
Das alles ist dieser Weg.
Achso, ja, ich sehe es.
Post by Mathias Grewin
Dieser Weg (mit meinen gesamten Erfahrungen auf diesem)
existiert so gar nicht - sondern wird durch Erinnerung
zusammengefügt.
Ja. Das ist in der Regel so.
Aber, es kann auch anders sein : dass du gehst und wahrnimmst
ohne direkt zu definieren was du wahrnimmst.
Dann koennte ein Mueckenschwarm vielleicht die Wahrnehmung
etwa als besondere Energieblase sein, in der leuchtende kleine
Wesen nach einem bestimmten Muster umeinandertanzen, oder Gras
koennte die Antwort der Erde an den Wind sein, du wuerdest vielleicht
einen Lichtstrahl sehen wie er von den Blaettern eines Baumes
reflektiert wird, und die Schmeissfliegen auf einer toten Katze waeren
wie ein schwarzes Loch in dem sich wimmelnd und kriechend immer neue
Fratzen bilden...
Post by Mathias Grewin
Ohne diesen neuronalen Prozess würde ich noch nicht mal
vergessen - da es nichts gäbe, was ich vergessen könnte!
Ja.

Oder du nimmst die dinge einfach wahr, als das was sie sind.
Aber darueber kann niemand reden, weil ews dafuer keine worte
gibt...
Post by Mathias Grewin
Es gäbe keinen Anfang des Weges - kein Ende -
keinen Schritt nach dem Anderen...
denn ich könnte gar nicht laufen
keine Erfahrungen abspeichern, kein Wiedererkennen,
kein erlernen.
Ja.
Aber du erlebst es ja doch...
Dieser kleine Junge der losmarschiert ist
und dieser alte Mann der angekommen ist, wo er gerade ist
Post by Mathias Grewin
Es gäbe nur Leere und keinbe Möglichkeit,
ein "Ich" zu gestalten.
Ja.
... und es waere immernoch da, nur waere es nicht "deines"
:-)
Post by Mathias Grewin
(Ich möchte jetzt Schluss machen)
ja, warum auch nicht.
Wir sind ja mal wieder ein schoenes Wegstueck zusammen gegangen.
Post by Mathias Grewin
Gruss
dito
auch an deine Liebste
Post by Mathias Grewin
M.
fchen
--
Beliebt und guenstig : Musik-Wurst
in Scheiben oder Wuerfeln.
freie Auswahl :
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Maximilien de Robespierre
2010-10-25 15:07:46 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Ack
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
Die Hand, die sich nicht selber greifen kann....
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Tibetanische Buddhismus, Bon Religion und Aberglaube liegen dicht
beieinander. Das sich jemand durch Versenkung tötet kann ich jedoch
nicht ausschließen.
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das erklärst Du uns sicherlich gleich.
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Wozu diese Spekulationen? Vielleicht ist der Junge einfach nur
verdurstet. Das sollte nach drei Tagen Selbstkasteiung möglich sein.
Oder er hat einen Schlaganfall o.ä. erlitten aufgrund dieser Anstrengungen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
Für mich ist das normales denken.
Post by Mathias Grewin
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
Wozu bräuchte man, im ständigen Verweilen in der Gegenwart eine
Erinnerung, die einem zurück in die Vergangenheit zieht? Wenn die
Erinnerung nicht mehr vorhanden ist, verweilt man im Augenblick ohne
jede Anhaftung. Wie Bewustsein ohne Erinnerung funktionieren könnte weiß
ich nicht. Ich weiß noch nicht einmal was Bewustsein eigentlich ist.
Also kann ich nicht ausschließen das sie auch ohne Erinnerung möglich währe.
Post by Mathias Grewin
zu beobachten.
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Es gehört irgendwie dazu.
Post by Mathias Grewin
Von Nichts kommt Nichts!
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Bist Du Dir da sicher? Ich würde mich nicht wundern, wenn alles nur als
Einheit betrachtet werden kann. Hirn->Körper->Umgebung->Weltall
Post by Mathias Grewin
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Diese Ansicht, als Absolutaussage, kann ich nicht teilen. Mit welchen
Sinnesorganen oder Sensoren sollten sich diese Bereiche beobachten können?
Post by Mathias Grewin
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
??????????????????????????
Post by Mathias Grewin
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
???????????????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
Unterschätze den Wert der ersten Satoris nicht.
Post by Mathias Grewin
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
Wer hat Dir das gesagt?
Post by Mathias Grewin
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Finde ich nicht. Mit meinen erreichten Vorstufen bin ich ersteinmal ganz
zu frieden. Ob ich mich weiter entwickeln werde hängt von meinem Karma ab.
Post by Mathias Grewin
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Diese Negativschilderung vermag ich nicht zu bestätigen. Bei mir hat
sich eine gewisse Gelassenheit eingestellt.
Jo mei, wos denn?
Post by Mathias Grewin
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Das ist für mich nicht mehr verständlich. Muss man ein hormonelles,
geistiges Vakuum besitzen um diesen Satz zu verstehen?
Post by Mathias Grewin
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
??????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
"Nicht leben kann ich immer noch!"
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Das ist doch gut so! ;-)
Post by Mathias Grewin
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
Sehr vernünftig. Bravo!
Post by Mathias Grewin
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
Auch das ist O.K.
Post by Mathias Grewin
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
Beispiel?
Post by Mathias Grewin
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
Glücklich bin ich nicht!
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
So ähnlich geht es mir auch.
Post by Mathias Grewin
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Das hast Du schön gesagt.
Post by Mathias Grewin
Viel Glück!
Ja Danke gleichfalls.

Maximilien
Mathias Grewin
2010-10-25 18:07:32 UTC
Permalink
Raw Message
Maximilien de Robespierre wrote:

Hab' leider wenig Zeit, daher nur eine Antwort
dazu, wie man manchmal Leid verursachen muss
um noch mehr Leid zu vermeiden:

Wenn z.B. das Schiff zu sinken droht, dann macht
man die Schotten dicht (nicht die Nachbarn von den Briten),
auch wenn in dem dadurch verkapselten Raum jemand
ertrinken muss.

Diese Massnahme ist auf andere Lebensbereiche
durchaus direkt übertragbar.

Grüsse

Mathias.
Post by Maximilien de Robespierre
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Ack
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
Die Hand, die sich nicht selber greifen kann....
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Tibetanische Buddhismus, Bon Religion und Aberglaube liegen dicht
beieinander. Das sich jemand durch Versenkung tötet kann ich jedoch
nicht ausschließen.
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das erklärst Du uns sicherlich gleich.
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Wozu diese Spekulationen? Vielleicht ist der Junge einfach nur
verdurstet. Das sollte nach drei Tagen Selbstkasteiung möglich sein.
Oder er hat einen Schlaganfall o.ä. erlitten aufgrund dieser
Anstrengungen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
Für mich ist das normales denken.
Post by Mathias Grewin
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
Wozu bräuchte man, im ständigen Verweilen in der Gegenwart eine
Erinnerung, die einem zurück in die Vergangenheit zieht? Wenn die
Erinnerung nicht mehr vorhanden ist, verweilt man im Augenblick ohne
jede Anhaftung. Wie Bewustsein ohne Erinnerung funktionieren könnte weiß
ich nicht. Ich weiß noch nicht einmal was Bewustsein eigentlich ist.
Also kann ich nicht ausschließen das sie auch ohne Erinnerung möglich währe.
Post by Mathias Grewin
zu beobachten.
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Es gehört irgendwie dazu.
Post by Mathias Grewin
Von Nichts kommt Nichts!
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Bist Du Dir da sicher? Ich würde mich nicht wundern, wenn alles nur als
Einheit betrachtet werden kann. Hirn->Körper->Umgebung->Weltall
Post by Mathias Grewin
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Diese Ansicht, als Absolutaussage, kann ich nicht teilen. Mit welchen
Sinnesorganen oder Sensoren sollten sich diese Bereiche beobachten können?
Post by Mathias Grewin
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
??????????????????????????
Post by Mathias Grewin
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
???????????????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
Unterschätze den Wert der ersten Satoris nicht.
Post by Mathias Grewin
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
Wer hat Dir das gesagt?
Post by Mathias Grewin
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Finde ich nicht. Mit meinen erreichten Vorstufen bin ich ersteinmal ganz
zu frieden. Ob ich mich weiter entwickeln werde hängt von meinem Karma ab.
Post by Mathias Grewin
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Diese Negativschilderung vermag ich nicht zu bestätigen. Bei mir hat
sich eine gewisse Gelassenheit eingestellt.
Jo mei, wos denn?
Post by Mathias Grewin
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Das ist für mich nicht mehr verständlich. Muss man ein hormonelles,
geistiges Vakuum besitzen um diesen Satz zu verstehen?
Post by Mathias Grewin
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
??????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
"Nicht leben kann ich immer noch!"
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Das ist doch gut so! ;-)
Post by Mathias Grewin
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
Sehr vernünftig. Bravo!
Post by Mathias Grewin
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
Auch das ist O.K.
Post by Mathias Grewin
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
Beispiel?
Post by Mathias Grewin
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
Glücklich bin ich nicht!
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
So ähnlich geht es mir auch.
Post by Mathias Grewin
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Das hast Du schön gesagt.
Post by Mathias Grewin
Viel Glück!
Ja Danke gleichfalls.
Maximilien
Mathias Grewin
2010-10-25 18:13:50 UTC
Permalink
Raw Message
Maximilien de Robespierre wrote:

Hab' leider wenig Zeit, daher nur eine Antwort
dazu, wie man manchmal Leid verursachen muss
um noch mehr Leid zu vermeiden:

Wenn z.B. das Schiff zu sinken droht, dann macht
man die Schotten dicht (nicht die Nachbarn von den Engländern),
- auch wenn in dem dadurch verkapselten Raum jemand
ertrinken muss - um eben die meisten zu retten.

Diese Massnahme ist auf andere Lebensbereiche
durchaus direkt übertragbar.

Grüsse

Mathias.
Post by Maximilien de Robespierre
Post by Mathias Grewin
Hallo,
ich habe mir eine Antwort zu obigem Thema gegeben ...
bzw. geben können - und möchte die mal hier zur
Disposition stellen.
Ohne jemals die neuronalen Aktivitäten
wenigstens annähernd (soweit menschlich möglich)
zur Ruhe bringen zu können, hat man das
"Hakenschlagen zwischen geistigen Konzepten"
Man sei etwas Beständiges.
Der Mensch - man selbst - ist mehr als nur
eines von vielen Phänomenen.
Wenn man auf solch' einer Basis philosophiert und
man kein Werkzeug für sich findet, diese
"Verblendung"
(denn um nichts Anderes handelt es sich)
hinterfragen zu können, dann verbleibt man im
"suboptimalen Bereich"
für eine Lebensanalyse.
Um genau diesen Bereich verlassen zu können,
meditiert man.
Ack
Post by Mathias Grewin
Im (bedingten) Hirn sind nun - evolutionsbiologisch bedingt -
Antworten auf etliche Lebenssituationen verankert,
die bei Bedarf abgerufen werden, hormonell unterstützt
und abgehandelt werden.
Aber auf die Analyse des eigenen Funktionierens gibt
es solch' eine Antwort nicht -
darauf ist so ein Hirnchen nicht vorbereitet und man
befindet sich durch wiederholtes Meditieren mehr und mehr
in einer aussergewöhnlichen Situation.
Die Hand, die sich nicht selber greifen kann....
Post by Mathias Grewin
In diesem Zusammenhang möchte ich auch an einen Mönch
im tibetischen Hochland erinnern, der sich durch
Meditation selbst getötet haben soll. In unbequemer
Körperlage (das Knie über den Hals) verstarb er vor
einigen hundert Jahren und etliche Wissenschaftler
haben den sich selbst Mumifizierten seitdem besucht.
Tibetanische Buddhismus, Bon Religion und Aberglaube liegen dicht
beieinander. Das sich jemand durch Versenkung tötet kann ich jedoch
nicht ausschließen.
Post by Mathias Grewin
Warum hat der Mönch sich in diese "selbstkasteiende"
Körperlage gebracht?
Das erklärst Du uns sicherlich gleich.
Post by Mathias Grewin
Diese Körperhaltung unterstützt nichts Anderes, als eine
aussergewöhnliche Tiefe der Meditation durch das Annehmen
einer äusserst unbequemen Lage.
Wenn ich also mal hier zwischen Körper und Geist trennen
Die aussergewöhnliche Haltung des Körpers unterstützt die
aussergewöhnliche Haltung des Geistes und das ergänzt sich
dann zu einer besonderen Tiefe der Meditation, aus der
dieser Mönch nicht mehr zurückgekehrt ist.
Wozu diese Spekulationen? Vielleicht ist der Junge einfach nur
verdurstet. Das sollte nach drei Tagen Selbstkasteiung möglich sein.
Oder er hat einen Schlaganfall o.ä. erlitten aufgrund dieser
Anstrengungen.
Post by Mathias Grewin
Das Hakenschlagen zwischen den geistigen Konzepten
(Bewertung, Einordnung, Erinnerung, zusammenfügen...)
Für mich ist das normales denken.
Post by Mathias Grewin
überhaupt gibt es mMn. kein Bewusstsein ohne Erinnerung,
wie sollte das funktionieren?)
Wozu bräuchte man, im ständigen Verweilen in der Gegenwart eine
Erinnerung, die einem zurück in die Vergangenheit zieht? Wenn die
Erinnerung nicht mehr vorhanden ist, verweilt man im Augenblick ohne
jede Anhaftung. Wie Bewustsein ohne Erinnerung funktionieren könnte weiß
ich nicht. Ich weiß noch nicht einmal was Bewustsein eigentlich ist.
Also kann ich nicht ausschließen das sie auch ohne Erinnerung möglich währe.
Post by Mathias Grewin
zu beobachten.
Dabei beobachtet man allerdings auch jedes hormonell
unterstützte Funktionieren.
Es gehört irgendwie dazu.
Post by Mathias Grewin
Von Nichts kommt Nichts!
Der meditative Beobachter sitzt ebenfalls im Hirn und
nirgendwo anders...
Bist Du Dir da sicher? Ich würde mich nicht wundern, wenn alles nur als
Einheit betrachtet werden kann. Hirn->Körper->Umgebung->Weltall
Post by Mathias Grewin
Beim Meditieren beobachtet ein Teil des Hirns andere
Teile des Hirns.
Diese Ansicht, als Absolutaussage, kann ich nicht teilen. Mit welchen
Sinnesorganen oder Sensoren sollten sich diese Bereiche beobachten können?
Post by Mathias Grewin
Mit welchen Hormonen soll das Hirn auf diese Situation
antworten?
Mit Glückshormonen - wie an der Mutterbrust?
mit Adrenalin - wie bei Gefahr?
usw.
??????????????????????????
Post by Mathias Grewin
Je öfter man in sich hinabsteigt - je intensiver man
meditiert, umso kräftiger unterstützt man auch ein
"hormonelles Vakuum"
???????????????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
weil man dem normalen Funktionieren,
dem
"reflexartigen Antworten"
entwachsen ist.
Bis zum Erreichen dieses Punktes wird man allerdings erleben
können, das man mit der Ausschüttung von Glückshormonen
während "meditativer Vorstufen" konfrontiert wird, bevor sich dieses
Vakuum dann einstellt.
Unterschätze den Wert der ersten Satoris nicht.
Post by Mathias Grewin
(Mahayanisten scheinen hier verharren zu wollen - ist ja auch deren
Angelegenheit)
Wer hat Dir das gesagt?
Post by Mathias Grewin
Hat es sich dann allerdings eingestellt, dann wird
"das ganze Leben so richtig Scheisse!"
Finde ich nicht. Mit meinen erreichten Vorstufen bin ich ersteinmal ganz
zu frieden. Ob ich mich weiter entwickeln werde hängt von meinem Karma ab.
Post by Mathias Grewin
Man verfällt in Depression - man geht durch zähen Brei aus
unbeständigen Verformungen, die einen ja doch nur zum Narren halten
wollen. Man hat sie zwar durchschaut, aber was nutzt das nun?
Diese Negativschilderung vermag ich nicht zu bestätigen. Bei mir hat
sich eine gewisse Gelassenheit eingestellt.
Jo mei, wos denn?
Post by Mathias Grewin
Diese gefühlte und erlebte Leere ist letztendlich bedingt,
wie alles Andere auch.
Das ist für mich nicht mehr verständlich. Muss man ein hormonelles,
geistiges Vakuum besitzen um diesen Satz zu verstehen?
Post by Mathias Grewin
Warum sollte man der Depression also mehr Platz einräumen,
als allen anderen Bedingtheiten?
??????????????????????????????????
Post by Mathias Grewin
"Nicht leben kann ich immer noch!"
So wurde die Depression zu nicht weniger, als zu einer
Herausforderung von Vielen, die es hinter sich zu lassen
galt.
Das ist doch gut so! ;-)
Post by Mathias Grewin
Mein Essen stellte ich um auf noch weniger Fleisch,
allerdings mehr Fisch, viel mehr Gemüse und Obst...
Sehr vernünftig. Bravo!
Post by Mathias Grewin
und für mein Handeln versuche ich alles zu vermeiden,
Ich versuche soviel Leid zu erzeugen wie unbedingt nötig.
Auch das ist O.K.
Post by Mathias Grewin
Dazu gehört es eben manchmal auch, Leid zu erzeugen, um noch
mehr Leid zu vermeiden.
Beispiel?
Post by Mathias Grewin
Bereits seit vielen Monaten geht es mir wieder so richtig
gut.
Glücklich bin ich nicht!
Dazu gibt es schlichtweg zu viel Leid in meiner Welt -
So ähnlich geht es mir auch.
Post by Mathias Grewin
aber ich bin mit meiner Zufriedenheit glücklicher, als
ich jemals mit irgendeinem Glück zufrieden sein könnte.
Das hast Du schön gesagt.
Post by Mathias Grewin
Viel Glück!
Ja Danke gleichfalls.
Maximilien
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